15.10.2005: Fahrt zur "Franz-Marc"-Ausstellung

(agr) Am 15. Oktober fuhr der Kulturmarkt Lauingen e.V. mit 60 Teilnehmern zu der sehenswerten Franz-Marc-Ausstellung im Kunstbau und Münchner Lenbachhaus anlässlich des 125 jährigen Geburtstages des Künstlers. Die chronologisch-strukturierte Schau mit fast hundert Gemälden und hundertvierzig Arbeiten auf Papier zeigt die bemerkenswerte Entwicklung, die Franz Marc in den leider nur wenigen Jahre seines Schaffens durchlief.
Zwei fachkundige Kunsthistorikerinnen brachten den Zuhörern beeindruckend Leben, Werke und Wirken des Künstlers nahe. Franz Marc, der 1880 in München geboren wurde, konnte im Gegensatz zu vielen seiner Künstlerkollegen schon früh den Weg eines Künstlers einschlagen, ohne dass ihm von seiner Familie Steine in den Weg gelegt worden wären. Neben seinen künstlerischen Fähigkeiten hatte der junge Marc nämlich auch Interesse an der Theologie und literarische Interessen. Er war sich unschlüssig, welchen der drei Neigungen er beruflich den Vorzug geben sollte.
Noch kurz vor dem Beginn des Studiums leistete er noch einen einjährigen Militärdienst ab. Während der Zeit im Lager lernte Marc reiten. Hier mag seine Liebe zu den Pferden gewachsen sein, die ihn sein Leben lang begleitete und in vielen seiner Bilder ihren Niederschlag fand. Nach seinem Studium an der Münchner Akademie, kurz nach 1900, entstanden die Bilder von Almhütten, Hütebuben oder Waldhügel, die durch ihre einfachen und doch spannungsvollen Kompositionen faszinierten.
Mit der Annäherung an die Impressionisten begann für Franz Marc eine lange Zeit der Suche nach malerischen Ausdrucksmitteln, mit der er sich hätte identifizieren können. Die Begegnung mit dem Tiermaler Jean Bloe Niestle bedeutete für ihn den Anstoß, die Tiermalerei als Mittel künstlerischen Ausdrucks zu begreifen und zu entwickeln. Er begann die Pferde auf den Weiden zu studieren und versuchte ihre Bewegung auf der Leinwand einzufangen. Schon in den ersten Pferdeskizzen von 1906 gibt Marc die beieinander stehenden Tiere nicht in naturalistischer Zufälligkeit, sondern in kraftvoller Zuordnung der vorher genau beobachteten Bewegungen und Perspektiven wider. Die Tiere stehen nicht schematisch frontal oder quer im Bild, sie werden in typischen Bewegungshaltungen in seinen Werken dargestellt, von hinten oder seitlich erfasst.
Es folgten leuchtend farbige Tierbilder, Werke mit ihren prismatischen Farb- Form- Zersplitterungen, die unter dem Einfluss des Kubismus entstanden sind. Sein letztes großes Werk, die „kämpfenden Formen" (1914) mit dem flammenden Ineinander von reinen Farben deuten an, wozu Marc, hätte er weiter wirken können, imstande gewesen wäre. Zwischen 1911 und 1914 entstanden nicht nur die wichtigsten Werke; es war auch die Zeit, in der er gemeinsam mit Kandinsky den so genannten Almanach „Der blaue Reiter" herausgab, die gleichnamigen Ausstellungen organisierte und zu einer bedeutenden Kraft im deutschen Kulturbetrieb wurde. Im Juli 1914 musste er an die Front, am 16. März 1916 ist Marc in der Nähe von Verdun gefallen.
26.10.2005: Ausstellung wird zum Exportartikel

(cpr) Lauingen übernimmt das Gesamtkonzept von „Kunst macht Druck" vom Kulturbüro
Lauingen/Königsbrunn (cpr). Das Kulturbüro Königsbrunn freut sich: Die Ausstellungsreihe „Kunst macht Druck“ wurde jetzt nach Lauingen (Landkreis Dillingen) „exportiert“. Kürzlich fand dazu eine große Vernissage beim „Kulturmarkt Lauingen“ statt. Königsbrunn war mit einer kleinen Delegation, an der Spitze 3. Bürgermeister Anton Kurz und Kulturreferent Norbert Schwalber, vertreten. Dieser „Kunstexport soll für beide Städte wie auch für die jeweiligen Kunstvereine weitere Früchte tragen können“.
Die Ausstellungsreihe „Druck macht Kunst“ wurde als Gesamtkonzept von Franz Moritz, Leiter des Kulturbüros Königsbrunn, zusammen mit Eduard Schmid, einem Experten in Sachen künstlerische Druckgraphik, entwickelt und in acht Einzelausstellungen im Königsbrunner Rathaus präsentiert. Die Stadt Lauingen und der dortige Kunstverein „Kulturmarkt Lauingen e.V." hatten bereits frühzeitig großes Interesse bekundet, die Reihe für Lauingen zu übernehmen.
Neben den Arbeiten der Königsbrunner Künstler Dr. Anton Macelli, Dr. Klaus Nowotny, Hannes Proksche - nach schwerer Krankheit wieder genesen und mit 25 Werken präsent -‚ Eduard Schmid, Christine Sieber und Hildegard Winkler sind auch Bilder von J. Paul Menz, Lauingen, und Claus Funk, Unterglauheim, zu sehen. Trotz unterschiedlichster Sujets und Techniken verbindet alle Künstler eine frappante druckgrafische Fertigkeit in den verschiedenen Hoch-, Flach-und Tiefdrucktechniken.
Zahlreiche Besucher aus Lauingen und Königsbrunn sind nach Lauingen gekommen. Der Leitter des Königsbrunner Künstlerkreise (KKK), Günter Glaser, betonte: „Die Druckgrafik ist eine Kunst, die handwerklich fodert.“ Die Malerei sei dagegen einfacher zu bewerkstelligen mit Pinsel und Hand.
Probleme und schwarze Hände
J. Paul Menz ergänzte bei der Begrüßung: „Eine Druckgrafik macht auch Probleme und schwarze Hände. Es ist eine sehr mühselig künstlerische und handwerkliche Arbeit. Eine Druckgraphik soll von der Entwicklung über das Aussuchen der Farben, das Schneiden der Druckplatten bis zur fertigen Graphik aus einer Hand, der Hand des jeweiligen Künstlers, entstehen.“ Auch den Unterschied zwischen Original und Reproduktion wolle die Ausstellung mit aufzeigen“.
Auch Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk und Königsbrunns 3. Bürgermeister Anton Kurz waren zur Eröffnung der Ausstellung in Lauingen anwesend und sprachen Grußworte. Norbert Schwalber, Kulturreferent des Königsbrunner Stadtrats, war ebenfalls beeindruckt: „Druckgraphik wird hier in der Vielzahl ihrer Stilmöglichkeiten präsentiert. Als Nebeneffekt ergibt sich eine enge Zusammenarbeit zwischen unserem Künstlerkreis und dem Lauinger Kulturmarkt. Es entsteht ein Austausch von Kunst zwischen zwei schwäbischen Städten“.
Bürgermeister Anton Kurz sieht gerade dies als wichtigen Schritt: „Interessant ist die Zusammenarbeit zwischen zwei Kunst- und Kulturvereinen. Hier wird über die eigene Kirchturmspitze hinaus konkret dokumentiert, wie andere damit umgehen. Es ist ein Ideen- und Erfahrungsaustausch zwischen Künstlern. Es ist eine Idee, die weitergeführt werden sollte. Es war ein guter Anfang in Königsbrunn mit einer noch besseren Weiterführung hier in Lauingen“.
Kulturbüroleiter Franz Moritz hat eine „Gegeneinladung“ bereits ausgesprochen. Lauinger Künstler werden sich im Herbst 2006 in Königsbrunn präsentieren können.