22.04.2006: Kulturmarkt bei „Bayerns Krone“

(agr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Ausstellung „Bayerns Krone 2006 - 200 Jahre Königreich Bayern“ in der Residenz in München bei den über 60 Teilnehmern des Kulturmarktes Lauingen.
Schwerpunkt der Sonderausstellung liegt auf der Regierungszeit des ersten bayerischen Königs Max I. Joseph. Schon vor seiner Proklamation zum bayerischen König am Neujahrstag 1806 hatte er als Kurfürst im Geist der Aufklärung zahlreiche tief greifende Reformen, unterstützt von seinem Minister Monteglas, durchgeführt. Dazu gehörte auch die Einführung und konsequente Durchsetzung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1802. Zu den wesentlichen Kennzeichen des frühen 19. Jahrhunderts zählen die Kriege. So wechselte Bayern während des 3. Koalitionskrieges auf die Seite Frankreichs. Das Gefecht bei Wertingen am 8. Oktober 1805, in dem französische Einheiten eine österreichische Division besiegten, hielt Wilhelm von Kobell in einem Ölgemälde fest.
Um eine Grundlage für eine gleiche und gerechte Besteuerung zu schaffen, entschied sich der König 1808 für eine exakte Vermessung der Grundstücke, die in Katasterplänen veröffentlich worden sind. Hier, wie auch bei anderen Gelegenheiten während des Rundgangs wurde immer wieder auf die Auswirkungen und Verbindungen zum Landkreis Dillingen und insbesondere zu Lauingen hingewiesen.
Der anschließende Rundgang durch die Münchner Altstadt führte zu zahlreichen bekannten Sehenswürdigkeiten. Auch die abschließende Stadtrundfahrt machte besonders mit den Bauten aus der Königszeit (1806 - 1918) bekannt. Anton Grotz, der Vorsitzende des Kulturmarkts Lauingen e.V.‚ bedankte sich bei Georg Wörishofer, der diesen Tag durch seine kompetente Führung und erfrischende Art wieder zu einem besonderen Erlebnis machte.
07.10.2006: Von den Werken des Lauinger Malers Johann Anwander begeistert

(agr) Die vom Kulturmarkt Lauingen e.V. in Verbindung mit der Volkshochschule Lauingen durchgeführte zweite Exkursion auf den Spuren des Lauinger Malers Johann Anwander (1715 - 1770) hinterließ bei den 31 Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Der Künstler zählte mit zur ersten Garnitur seiner Zeit in Bayerisch-Schwaben und weit darüber hinaus.
Im Rahmen einer mehrteiligen Exkursionsreihe stellt der Kulturmarkt Lauingen e.V. Künstlerpersönlichkeiten vor, die in Lauingen geboren und/oder dort gelebt und gewirkt haben. Die Reihe wurde im vergangenen Jahr mit Johann Anwander eröffnet, der ein viel beschäftigter Maler war, dessen Stärke im Fresko lag. Mehr als 50 Kirchen Süddeutschlands verdanken ihm Gemälde, die großteils auf unsere Tage gekommen sind.
Die Exkursion stellte wichtige Werke seines engeren Wirkungskreises vor. Zunächst galt das Interesse dem Anwander-Haus in der heutigen Herzog-Georg-Str. 21, in dem der Künstler lebte und viele seiner Ölgemälde schuf. In der katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Frauenriedhausen, die im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammt, malte Anwander im Jahre 1768 die Deckenfresken, die zu seinem Spätwerk zählen. Den Auftakt des mariologischen Programms bildet das Fresko Mariä Himmelfahrt im Chor. Maria als Herrscherin des Himmels und der Erde führt uns jenes im Langhaus vor.
Unbekanntes Anwander-Fresko entdeckt
In der Hausknechtskapelle, einem kleinen achtseitigen Zentralbau am nordwestlichen Ortsrand von Wittislingen, wurde im Jahre 2006 im Zuge der Innenrestauration das Fresko Kreuzigung Christi an der Decke freigelegt. Das von Anwander signierte Gemälde gehört zum Frühwerk des Künstlers. Auch die weiteren Fresken und Grisaillen können ihm zugewiesen werden. In Oberbechingen ist im Chorfresko eine ikographisch seltene Darstellung des hl. Sebastian zusehen: Er teilt der Luzina mit, wo sein Leichnam zu finden sei. Ein beliebtes Thema der Gegenreformation war das Jüngste Gericht, das als Fresko das Langhaus ziert und ebenfalls 1766 geschaffen worden ist.
Die katholische Pfarr- und Klosterkirche Mariä Himmelfahrt zu Obermedlingen birgt zahlreiche Werke von Anwander. Bekannt ist das großformatige Ölgemälde auf Leinwand des nördlichen Seitenaltars, das die Übergabe des Rosenkranzes durch die Muttergottes an den hl. Dominikus und durch das Jesuskind an die hl. Katharina von Siena zeigt, das Anwander 1768 lieferte. Bedeutsam ist auch das um 1755 geschaffene Ölgemälde „der hl. Hyazinth erweckt den Sohn einer polnischen Fürstin“, das mit einem prachtvollen Rokokorahmen versehen ist. Zu den frühen Werken von Anwander gehört das 1743 gemalte Kuppelfresko „Verherrlichung des Namens Jesu“ in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Peterswörth. Dieses frühe Werk mit den von Anwander geliebten Ocker-Tönen lässt bereits seine künstlerischen Fähigkeiten erahnen.
Exkursion zur Ämterstruktur

Der 1. Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, sprach Georg Wörishofer, seinen herzlichen Dank für die fachkundige Führung aus, durch die dieser Tag wieder zu einem besonderen Erlebnis geworden ist. Anton Grotz wies abschließend noch darauf hin, dass am 29. September 2007, ebenfalls mit Georg Wörishofer, eine Exkursion zu dem Thema „Ämterstruktur und innere Verwaltung im Alten Reich sowie im 19. und 20. Jh.“ geplant ist, bei der Beispiele aus Lauingen und dem Landkreis Dillingen a.d. Donau vorgestellt werden. Ein detailliertes Programm liegt bereits vor und Anmeldungen nimmt er schon jetzt entgegen.