28.04.2008: Von den Werken des Lauinger Malers Johann Anwander erneut begeistert

(agr) Die vom Kulturmarkt Lauingen e.V. durchgeführte dritte Exkursion auf den Spuren des Lauinger Malers Johann Anwander (1715-1770) hinterließ bei den 33 Teilnehmern wieder einen nachhaltigen Eindruck. Der Künstler zählte zu seiner Zeit mit zu ersten Garnitur in Bayerisch-Schwaben und weit darüber hinaus. Im Rahmen einer mehrteiligen Exkursionsreihe stellt der Kulturmarkt Lauingen e.V. Künstlerpersönlichkeiten vor, die in Lauingen geboren und /oder dort gelebt und gewirkt haben. Die Reihe wurde 2006 mit Johann Anwander eröffnet, der ein viel beschäftigter Maler war, dessen Stärke im Fresko lag. Mehr als 50 Kirchen Süddeutschlands verdanken ihm Gemälde, die größtenteils auf unsere Tage gekommen sind.

Bedeutendes Fresko in Dürrlauingen

Die Exkursion vom vergangenen Samstag stellte zunächst wichtige Werke seines Wirkungskreises in Bayerisch- Schwaben vor. Die Kath. Pfarrkirche St. Vitus und Nikolaus in Dürrlauingen birgt zahlreiche Werke von Anwander. Bekannt sind die im Jahre 1769 gemalten Fresken, die zu seinem Spätwerk zählen. Das Deckenfresko des Chores bietet das Martyrium des hl. Vitus. Das von Anwander signierte Hauptfresko des Langhauses führt uns die Glorie des h. Nikolaus mit Göttern der antiken Mythologie als Personifikationen der vier Elemente vor. Das in Spiralkomposition angelegte Werk gehört mit zu den besten Arbeiten Anwanders. Es nähert sich schon dem Klassizismus an, was auch im Rückgriff auf die Götter der antiken Mythologie zum Ausdruck kommt.

Die Fresken der St. Ottilia in Hasberg

Die der späten Gotik angehörende Kath. Pfarrkirche St. Ottilia in Hasberg, einem Ortsteil des Marktes Kirchheim in Schwaben, erfuhr 1751 eine Umgestaltung im Stile des Rokoko. Die Fresken steuerte Johann Anwander bei. Das Deckenfresko des Chores erinnert an die Taufe der h. Ottilia durch den hl. Erhard. Die Decke des Langhauses beleben zwei große Fresken: Das östlichen Fresko schildert die Versuchung der hl. Ottilia. Sie weist die Schätze zurück, die ihr von ihrem Vater, dem elsässischen Herzog Athich gezeigt werden. Das westliche, etwas kleinere Hauptbild, schildert den Tod der hl. Ottilia, gestorben um 720. Das Hochaltarbild bietet die Glorie der hl. Ottilia, der Kirchenpatronin.

Am Anwesen der Anwanders

Nach einer Stärkung im Katzbrui, einer ehemaligen Mühle mit Legschindeldach aus dem Jahre 1661 und einem Stopp in Oberegg mit Besichtigung der Kath. Pfarrkirche Patrona Bavariae zeigte die temperamentvolle Bürgermeisterin (Foto) sichtlich stolz den neuen, behindertengerechten Kirchplatz. Sie begleitete die Exkursionsgruppe nach Rappen, den 57 Einwohner zählenden Geburtsort Anwanders, der heute ein Ortsteil der Gemeinde Unteregg im Landkreis Unterallgäu ist. Im Anwesen „beim Hengeler“ erblickte Johann Anwander am 7. Februar 1715 als sechstes Kind der Bauersleute Johann Anwander und Sabine, geb. Breckle, das Licht der Welt, ebenso wie sein jüngerer Bruder Franz Anton, der in Landsberg a. L. als Fassmaler und Vergolder wirkte und mit dem Johann Anwander bei Bedarf in einer Werkgemeinschaft zusammenarbeitete.

Gedenktafel am Geburtshaus angeregt

Bürgermeisterin Marlene Preissinger freute sich sichtlich über den Besuch des Kulturmarktes Lauingen. Beifällig nahm sie die Anregung des Exkursionsleiters, Georg Wörishofer, auf, doch zu prüfen, ob in nächster Zeit eine Gedenktafel an der Hofstelle angebracht werden kann. Der 1. Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, bedankte sich bei Georg Wörishofer für die wieder fachkundige Führung, durch die dieser Nachmittag wieder zu einem besonderen Highlight geworden ist.

(Fotos: D. Hoffmann)
10.05.2008: Nachlese zum größten Osternest der Welt in Lauingen

(agr) Die Verantwortlichen der Wirtschaftsvereinigung Wertingen haben sich wieder kreative Osterideen und zahlreiche Events einfallen lassen, um so die Stadt weiter voranzubringen und zu stärken. Damit wurde man auch in diesem Jahr wieder dem Motto gerecht: In dieser Stadt - hier ist was los!

Auch ein Jahr nach dem Mega-Ereignis in Lauingen erinnert noch manches an "Das größte Osternest der Welt". Für den Nestbau konnte der Künstler, Dozent und Korbmacher Peter Sturm aus Dormitz gewonnen werden, der insgesamt zwei Tonnen Weidenruten unter Mithilfe von Studenten der Berufsfachschule für Korbflechterei Lichtenfels, den Lauinger Landfrauen und von einheimischen Berufsschülern verarbeitet hatte. Es wäre zu schade gewesen, hätte man das kunstvoll geflochtene Osternest einfach abgerissen Das Kunstwerk wäre unwiderbringlich vernichtet gewesen. Die Hyazinth-Wäckerle-Volksschule Lauingen (Hauptschule) bekam deshalb den gigantischen Bogen vom Kulturmarkt Lauingen e.V. geschenkt. Der Natur-Erlebnis-Pausenhof hat somit eine Attraktion mehr, eine Erinnerung an "Das größte Osternest der Welt" in 2007.

Kräftig angepackt bei dieser Aktion haben die Landfrauen aus Lauingen, Faimingen und Frauenriedhausen. Der Bau des Riesen- Osternestes brachte den Lauinger Landfrauen beim Aktionswettbewerb "Landfrauen bewegen das Land" in der Kategorie Kulturelles den 1. Preis. Aus 59 eingereichten Projekten der Kreis- und Ortsverbände des BBV wurden jene ausgewählt, die besonders gesellschaftliches Engagement zeigten. Alle Projekte, die für den Wettbewerb eingereicht wurden, zeigten eindrucksvoll Einfallsreichtum. Die Landfrauen hatten beim Bau des größten Osternestes der Welt in Lauingen engagiert mitgeholfen und u. a. die Umrahmung des Nestes mit Weidenruten gefertigt. Die Nestbauer wurden eine ganze Woche lang täglich von den Frauen mit Kaffee und Kuchen und einem üppigen Mittagessen versorgt. Außerdem trugen die Bäuerinnen bei der Schlemmermeile für eine erstklassige Bewirtung der über 40 000 Gäste bei.

(Foto: Lauinger Landfrauen)
18.05.2008: "Eisbär Flocke" und die "Farben des Sommers"

(bv) Es ist ein weites Feld an Themen und Techniken: Intensive "Farben des Sommers", ein Gemälde von Eva-Maria Siegmund, leuchten gegenwärtig im Foyer des Lauinger Rathauses ebenso wie die zarten Töne eines Lavendelfeldes. Und auch "Eisbär Flocke" ist bei der Ausstellung "MalArt" des Königsbrunner Künstlerkreises (KKK) in einem Aquarell verewigt. "Der Bär gefällt mir sogar besser als das Tier, das gegenwärtig überall in Zeitungen und im Fernsehen gezeigt wird", sagt eine Zusamtalerin, die gestern zur Vernissage nach Lauingen gekommen ist. Künstler Franz Günther freut solch ein Kompliment: "Flocke schaut putzig aus. Und da dachte ich mir, da probiere ich es mal mit einem Bild."

Seit vier Jahren floriert der Austausch zwischen dem Königsbrunner Künstlerkreis und dem Kulturmarkt Lauingen. 2004 waren Lauinger Kulturschaffende bei der Ausstellung "Kunst macht Druck" in Königsbrunn vertreten, 2005 war die Schau in der Herzogstadt zu sehen. 2006 stellten Lauinger wiederum in der Lechstadt aus, und jetzt ist MalArt in Lauingen. Die Wurzeln liegen in der Freundschaft der beiden Künstler Eduard Schmid und J. Paul Menz begründet. Eduard Schmid, Gastprofessor an der Universität auf Malta, erinnerte gestern bei der Einführung in die Schau an die Anfänge. Als er vor 17 Jahren erstmals den Lauinger Paul Menz traf, habe man natürlich über das Wesen der Kunst gesprochen. Eduard Schmid ist der Meinung, dass die Kunst etwas mit Können, aber auch mit Künstlichem zu tun habe. "Kunst ist die Sprache der Seele des Künstlers", sagte Schmid. Und die Betrachter hätten die spannende Aufgabe, in den Bildern etwas von der Seele des Künstlers zu erfahren. Der Vorsitzende des Kulturmarkts Lauingen, Anton Grotz, begrüßte die Freunde aus Königsbrunn. Franziska Dirr bereitete mit zarten Harfenklängen den Boden für ein schönes Kunsterlebnis. Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich und Lauingens Rathauschef Wolfgang Schenk stellten den Sinn des Kulturaustauschs heraus. "Das Rathaus wird dadurch ein Ort der Begegnung", meinte Fröhlich.

Blick über den Tellerrand hinaus

13 Künstler des KKK zeigen die Vielfalt der Malerei - vom Acryl bis zum Aquarell. Die Themen reichen vom "Sommertag auf dem Lechfeld" bis zum "Lokschuppen Neuoffingen" - ein Bild, das KKK-Vorsitzender Klaus Peter Glaser geschaffen hat. Der Sprecher der Königsbrunner Künstler ist angetan von der Atmosphäre im Lauinger Rathaus und beseelt von den Begegnungen mit Künstlern an der Donau: "Wir wollen mit diesem Kulturaustausch über den Tellerrand hinausschauen."

(Fotos: Bertold Veh/ Königsbrunner Künstlerkreis)
19.05.2008: Den Mut zum „neuen Sehen” vermittelt

(bv) Die Vernissage war selbst Kunst: Yoko Lehle spielte bei strahlend blauem Himmel auf dem Didgeridoo das Stück "The Spirit of Rain" (der Geist des Regens), und seine Frau Geli sorgte auf der Trommel dafür, dass die afrikanischen Rhythmen die Besucher der Schau in Stimmung brachten. In der Turnhalle am Marienweg in Lauingen stellen bis zum 25. Mai 17 Schüler des Künstlers J. Paul Menz aus. Alle haben VHS-Kurse des 69-Jährigen in Gundelfingen und Lauingen besucht - und dabei eine erstaunliche Entwicklung genommen. Die Eröffnung war heiter und zugleich pädagogisch, denn sie regte zum Nachdenken über die Kunst an.

"Die Kunst ist nicht ein Ziel, sondern ein Mittel, die Menschen anzusprechen", sagte Anton Grotz, der Vorsitzende des Kulturmarkts Lauingen. In den vergangenen 16 Jahren habe der Verein 15 Ausstellungen organisiert - bei ständig steigender Resonanz. Grotz würdigte den Lauinger Künstler Jean Paul Menz als einen Menschen, der sein erworbenes Wissen nicht für sich behalte, sondern an andere weitergebe. Bürgermeister Wolfgang Schenk lobte die Vielfalt der Schau. Die Palette reiche von Gemälden über Zeichnungen bis zu Grafiken: "Es gefällt mir vieles, und das sehr gut."

J. Paul Menz sprach über sein Ziel: "Ich will in meinen Kursen ein neues Sehen und Verstehen vermitteln." Dies bringe ein Mehr an Lebensqualität. "Der schlimmste Feind der Kreativität ist dies, dass wir uns zu sehr danach richten, was andere über uns denken", meinte der Lauinger. Künstler sollten "Exzentriker für ein gesünderes Leben" sein. "Wir brauchen den Mut, zu spinnen", sagte Menz.

Der Funke ist auf die Schüler übergesprungen. Karikaturist Walter Willburger und seine Frau Uschi sind seit 25 Jahren mit Begeisterung in den VHS-Kursen. "Paul Menz ist ein guter Pädagoge. Manchmal bekommt man auch einen Hals, weil er einen triezt", sagt Walter Willburger. Heike Jörg malt seit ihrer Kindheit: "Farben sind in jedem von uns, man muss sie nur rauslassen", sagt die Gundelfingerin, die seit acht Jahren von Menz lernt. Auch Aislingens Bürgermeister Jürgen Kopriva genießt die Schau. Und dies nicht als Kommunalpolitiker: "Ich war selbst Schüler bei Paul Menz, aber nicht mit diesem herausragenden Erfolg."

(Fotos: Bertold Veh, G. Streil)
21.10.2008 Gemeinschaftsausstellung „Die Lenzers”

(sk) Die Lauinger Familie Lenzer kennen im Landkreis viele als Bäckerfamilie, die seit 1722 der Brot-und Backkultur verschrieben, die Region mit hochwertigen Backwaren versorgt. In acht Filialen verkauft der "Himmelbäck" seine geschätzten Produkte aus der Backstube.

Vier Familienmitglieder aus zwei Generationen wollen nun eine ganz besondere Seite ihrer Persönlichkeiten der Öffentlichkeit zugänglich machen. Auf Initiative des Kulturmarktes Lauingen zeigen Ludwig, Walter und Jürgen Lenzer sowie Birgit Bullemer, geborene Lenzer in einer Ausstellung in der Sporthalle am Marienweg, einen Überblick über ihr künstlerisches Schaffen. Vier ganz unterschiedliche Persönlichkeiten, die neben der familiären Herkunft eine tiefe Freude am Gestalten und schöpferischen Tun miteinander verbindet.

Ludwig Lenzer, nutzte den Abschied aus dem aktiven Bäckerleben um das Malen, ein Hobby aus der Jugend, neu zu beleben. In verschiedenen Kursen machte er sich mit Aquarell- Öl- und Acryltechniken vertraut und beschäftigt sich auch mit der Linolschnittkunst und dem Aktzeichnen. 2007 stellte er bereits einige Werke bei der Kunstausstellung des Kulturmarktes Lauingen aus und zeigt nun im Rahmen der Familienausstellung eine Übersicht über sein Schaffen.

Walter Lenzer, Ludwig Lenzers Bruder, widmet sich seit 1993 der Schnitzkunst. Hochkarätige Kurse und eine akribische und disziplinierte Arbeitshaltung lassen die Grenzen zwischen Hobby und Profession heute fließend erscheinen. Seit 1997 unterrichtet Walter Lenzer Schüler der Lauinger VHS in der Kunst des Krippenfiguren Schnitzens. Für diese Dozententätigkeit hat Lenzer eigens das "Vier-Punkte-Konzept" entwickelt mit dem es ihm gelingt die Schüler, Anfänger wie Fortgeschrittene, zu schnellen Erfolgserlebnissen zu führen. Mit seinen Krippen, hat Walter Lenzer bei Ausstellungen schon Preise gewonnen und auch Werke seiner Schüler sind regelmäßig bei Ausstellungen zu bewundern.

Birgit Bullemer, Ludwig Lenzers Tochter, wohnt in Friedberg und belegte erstmals 1998 Malkurse in der Kunstschule Friedberg. Der Wunsch ihrer Kinder nach Malunterricht animierte die damals 35jährige, ihr eigenes Hobby aus Kindertagen wieder zu entdecken. Ihre Technik, Öl auf Sperrholz, lässt zunächst an pastös aufgetragene Farben mit entsprechender Wirkung denken. Durch eine besondere Technik erzielt sie aber Transparenz und Eleganz, die eher an Aquarelle, denn Ölbilder erinnern. Die Kunstwerke Birgit Bullemers entstehen ausschließlich im Atelier ihrer Lehrerin Rose Maier Haid. Dort besteht für sie und ihre Mitschüler der Raum und die Atmosphäre, um Visionen zu entwickeln und Kunstwerke zu schaffen.

Der vierte im Bunde der Lenzer-Künstler ist Jürgen Lenzer. Er steht noch voll im Berufsleben als Bäcker und Geschäftsmann und nutzt seine Freizeit für ein künstlerisches Schaffen der besonderen Art. In seinem Fall kann man das Wort "schaffen" im ursprünglichen Sinn verstehen. Jürgen Lenzer gestaltet Skulpturen mit der Motorsäge. Da sind Kraft und gute Koordination gefragt, wenn aus einem zunächst groben Klotz langsam eine Figur geschnitten wird. Jede Aktion erfordert größte Sorgfalt, denn außer der Zerstörung des Werks drohen bei Unachtsamkeit immer auch Verletzungen des Künstlers.

Die Faszination der ausgestellten Figuren am Haus Buchenried am Starnbergersee, hat Jürgen Lenzer vor drei Jahren dazu bewogen, selbst einen Kettensägekurs bei Lehrer Johannes Hofbauer zu absolvieren. Ein weiterer Lehrer Lenzers ist Gershom von Schwarze, seines Zeichens Kunstmaler und Bildhauer. Jürgen Lenzer entwickelt figürliche und abstrakte Skulpturen aus Ahorn, Kirschbaum, Schwarznuss und Pappel. Durch die Spuren des Werkzeugs, der Kettensäge, das teilweise Abflämmen und Ölen der fertigen Werke, erhalten die Skulpturen eine besondere Ausstrahlung. Die Ausstellung in der Lauinger Sporthalle am Marienweg dauert von Freitag, 31. Oktober bis Sonntag, 9. November. Sie wird am Freitag, 31. Oktober um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Das Jazz Duo Christian Kemper (Vibraphon) und Wolfgang Düthorn (Kontrabass) sorgt dabei für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

(Fotos: S. Knecht)
31.10.2008: Vernissage „Die Lenzers”

(sk) Zur 16. Ausstellung "Kunst in Lauingen" ist es dem Kulturmarkt gelungen, eine außergewöhnliche Schau auf die Beine zu stellen. Erstmals stellt eine einzige Familie ihre Werke aus und die Vielfalt, die sich dem Betrachter der Ausstellung zeigt, ist allemal einen Besuch in der Lauinger Turnhalle am Marienweg wert.

Vier Mitglieder der Familie Lenzer aus zwei Generationen stellen ihre Werke aus: die Brüder Ludwig und Walter Lenzer sowie Ludwigs Kinder Jürgen und Birgit, verheiratete Bullemer. Und die Vier sorgen mit ihren unterschiedlichen Ansätzen für eine spannende Ausstellung. Jeder einzelne Künstler offenbart eine Vielfalt in seinem Schaffen, die Entwicklung, Freude am Tun und ernsthafte Beschäftigung mit sich und seiner Kunst zeigt. Anton Grotz, Vorsitzender des Lauinger Kulturmarktes, stellte an den Beginn seiner Laudatio vor über 200 Vernissagebesuchern das Motto der Künstlerfamilie: "Jeder macht mal etwas, wenn er Zeit dazu findet". Was sich lapidar und beiläufig anhört, beschreibt die Realität, in der die Werke entstehen.

Jürgen und Birgit stehen beide noch mitten im Berufsleben und finden in der Ausübung ihrer Kunst Ausgleich und Auszeit im Alltag. Birgit in der Malerei, Öl auf Spanplatte. Mit einem dünnen, zarten Farbauftrag erreicht sie, dass ihre Bilder wie Aquarellmalereien wirken. Anton Grotz fühlt sich beim Anblick der Flügel, die aus einem ihrer Bilder zu entschwinden scheinen, an Pablo Picasso erinnert, der mit seiner Taube den Freiheitsgedanken in die Köpfe der Menschen zaubert. Die Flügel deuten laut Grotz vielleicht darauf hin, dass die Freiheit der Gedanken nun wieder aus den Köpfen der Menschen entschwindet.

Jürgen Lenzer, noch voll im Beruf stehend, formt meist großformatige Skulpturen aus verschiedenen Hölzern mit der Motorsäge. Von den Anfängen im Kritzelbuch, in dem er erste Ideen skizziert, über das Entdecken eines geeigneten Holzstückes und schließlich der dreidimensionalen, Maßstabs getreuen Planung und Ausführung, liegt oft ein langer und körperlich anstrengender Weg. Anton Grotz fiel zum Schaffen Jürgen Lenzers ein Zitat Karl Valentins ein, der einst sagte: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit". Den fertigen Werken sieht man die Mühen freilich nicht mehr an. Beeindruckend die Details, die der Künstler nicht planen konnte, wie beispielsweise der Bauchnabel in Form eines Astansatzes an der richtigen Stelle, der beim Schaffen der Figur dort erschien, wo er hingehört.

Jürgen Lenzers Vater, Ludwig musste vor Jahrzehnten eine Entscheidung zwischen Kunst und Geschäft fällen, die zunächst zugunsten der Familie und des Bäckerbetriebs fiel. Vor 20 Jahren erst begann er also mit ersten Malkursen. Ein Erstlingswerk aus dieser Zeit hängt am Eingang der Ausstellung und zeigt seinen Vater Kaspar, der ihm Modell saß. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt die großartige künstlerische Entwicklung Ludwig Lenzers und Anton Grotz merkte an, dass Ludwig im Alter immer moderner würde. Nach einem Aktmalkurs und einem Aktzeichenkurs, zeigt Lenzer auch einige Studien nackter Frauenkörper.

Walter Lenzer verdankt die Spezialisierung auf die Schnitzkunst wohl seinem Bruder Ludwig. Laudator Grotz plauderte aus der Familiengeschichte, dass Ludwig die Familienkrippe geerbt habe und Walter, der die Gleiche wollte, nach einem Schnitzkurs in Günzburg anfing, die Figuren für sich nachzuschnitzen. Im Laufe der Zeit eignete sich Walter eindrucksvolle Proportionscharakteristik und Bewegungsmuster der Objekte durch Beobachtung in der Natur an. Seine Figuren zeigen aussagekräftige Momentsituationen. Eine flüchtende Ziegenherde, bisher noch nie öffentlich ausgestellt, hat Walter Lenzer im Gedenken an seinen Bruder Albert gestaltet. Der Betrachter erhält zu dieser Installation einen erklärenden Text mit der Überschrift: "Augenblick der Bewegung", der Einblicke in die Künstlerseele Walter Lenzers gibt. "Erst wenn der Betrachter in das Geschehen hineingezogen wird und vom Augenblick der Bewegung erfasst wird, ist die Schnitzarbeit eine bleibende Erinnerung", so die Quintessenz, und seine Figuren sind Ausdruck dieser Haltung.

Die Künstler und ihre Angehörigen zeigten sich sehr erfreut und glücklich über den Erfolg der Vernissage und dem bisherigen Lauf des Projektes "Familienausstellung". Jürgen Lenzer sagte, er sei überwältigt und freue sich narrisch, dass so viele Menschen die Ausstellung sehen wollen. Er wünschte den Besuchern eine schöne und anregende Zeit beim Gang durch die Schau.

(Foto: D. Hoffmann)
29.11.2008: Exkursion nach München - Kandinski's Werk bestaunt

(agr) Im Kunstbau unter dem Königsplatz in München werden derzeit von den drei größten Kandinsky Sammlungen der Welt über neunzig großformatige Gemälde gezeigt. In der anspruchsvollen Retrospektive "Kandinsky - absolut abstrakt" wird der russische Maler mit seinen farbenprächtigen Werken als Pionier und Theoretiker der Abstraktion gewürdigt. Ergänzt durch Leihgaben anderer Städte werden in München in konzentrierter Form alle wichtigen Perioden des Gesamtwerkes Wassily Kandinskys (1866-1944) abgedeckt.

Großartige fachkundige Führung

Der Kulturmarkt Lauingen e.V. nahm die Chance wahr, am Wochenende mit fünfzig Kunstbeflissenen diese einmalige Präsentation dieses herausragenden Vertreters der modernen Kunst anzuschauen. Zwei promovierte Kunsthistorikerinnen führten fachkundig durch die Gemäldeschau. Die bis jetzt noch nie in diesem Umfang ausgeliehenen Sammlungsblöcke bilden den Kern der Werkschau. Ergänzt werden sie durch weitere Hauptwerke, die für Kandinskys künstlerische Entwicklung entscheidend waren.

Eigenwilliges Formen- und Farbenvokabular

Zu den zahlreichen Neuerungen seiner Formensprache gehört auch das Schweben von übereinander gelagerten Farbzonen, was erstmals im Zentrum von Kandinskys bedeutender Komposition VII von 1913 realisiert wurde. Die Kriegs- und Revolutionsjahre von 1915 bis 1921 in Moskau bedeuteten für ihn eine Phase der Umorientierung. Als Professor für Formenlehre und Wandmalerei beginnt Kandinsky in der Bauhauszeit sein eigenes geometrisches Formenvokabular zu systematisieren. Durch die Zeitumstände gezwungen, emigrierte er Ende 1933 nach Paris. Seine Spätwerke der Pariser Jahre sind in der Ausstellung hervorragend vertreten. Ihre oft auffallend künstliche Farbigkeit, von Rosa, Violett, Türkis und Gold wird als Erinnerung an Kandinskys russische Ursprünge und die Farben des östlichen Kulturkreises interpretiert. Der Universalismus seiner Formensprache und die in seinen Bildern Gestalt gewordene Botschaft vom Geistigen in der Kunst hat auch die Lauinger Betrachter inspiriert und begeistert. Mit dieser einzigartigen Schau gewann man neue Eindrücke und lernte Kandinsky als einen der letzten großen Utopisten der Avantgarde und Leitfigur der modernen Kunst kennen.
Weihnachtsmärkte besucht

Nach dem Mittagessen im Weissen Bräuhaus ging es mit Dieter Hoffmann über den Viktualienmarkt zum Krippenmarkt auf dem Rindermarkt, weiter zur Synagoge, der Asamkirche, zu den Fünf Höfen zum Wittelsbacher Platz. Auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt konnte man sich mit allerlei Leckereien stärken und so manche Spezerei genießen. Im Kaiserhof der Residenz findet heuer erstmals ein Weihnachtsmarkt für Kinder statt. Das Weihnachtsdorf ist einem Bauernhof nachgebaut. Attraktion ist die angeblich größte Spieluhr mit dem übergroßen Teddybär. In der Galerie Trost mit der Ausstellung des New Pop Art Künstlers "Tüten" Thitz , Werken von Altmeister Brueghel und dem bekannten "Enten" Koester fand die Kunstfahrt mit einem kleinen Geschenk und einer Einladung zur Vernissage der Piccasso Ausstellung am 05. Dezember seinen Abschluss.

(Foto: M. Hintermayr)
05.12.2008: Unsere Jahresbilanz '08

(sk) Auf ein erfreuliches und erfolgreiches Jahr blickt der "Kulturmarkt Lauingen e.V." zurück. Bei der 12. Mitgliederversammlung zog Vorsitzender Anton Grotz positive Bilanz und bedankte sich bei allen Mitstreitern für ihren unermüdlichen Einsatz.

Mit 65 Mitgliedern zählt der Verein zwar zu den Kleineren in Lauingen, macht aber dennoch immer wieder mit interessanten Aktionen auf sich aufmerksam. Zwei Ausstellungen in der Sporthalle am Marienweg, davon eine Gemeinschaftsausstellung der VHS Lauingen und VHS Gundelfingen unter der Leitung von J.P. Menz im Frühjahr und die Ausstellung der Familie Lenzer in den Herbstferien bildeten den Rahmen der Vereinsaktivitäten und bereicherten das kulturelle Leben Lauingens. Parallel zur Ausstellung im Frühjahr fand im Rathaus die 16. Ausstellung "MalArt" im Rahmen des Kulturaustausches zwischen Königsbrunn und Lauingen statt. Als Ergänzung zu den Ausstellungen realisierte der Verein eine pfiffige Idee zur Vernetzung der heimischen Künstler untereinander. Zweimal trafen sie sich bei einem Künstlerstammtisch zum Kennen lernen und Austausch.

Eine Exkursion im April führte Kunstliebhaber auf die Spuren Johann Anwanders. Georg Wörishofer führte zu verschiedenen Orten im Landkreis, um Anwanders Kunstwerke zu zeigen. Eine Fahrt zur Kandinsky - Ausstellung in München, die inzwischen dritte Auflage von "Schwätz m'r schwäbisch" im Albertus Magnus Saal der Elisabethenstiftung und die Übergabe der Bildtafeln von der Ausstellung: "Bombennacht 1941" an Bürgermeister Schenk, ergänzten das Programm 2008. Erfreulichen Zuspruch bei allen Aktionen bilanzierte Anton Grotz in seinem Bericht. Dies zeige, dass der Verein auf dem richtigen Weg sei, und in diesem Sinne weiter machen solle.