31.01.2009: Exkursion durch den Auwald mit Förster Joachim Drost

(agr) Über dreißig Interessierte folgten der Einladung vom Kulturmarkt Lauingen zu einer Natur-Erlebnis-Führung durch den Auwald. Bei herrlichem aber kalten Wetter konnten am letzten Samstag im Januar Künstler wie Naturliebhaber diesen schönen Flecken Natur genießen.

Förster Joachim Drost stellte im Spitalwald um das Gut Helmaringen die überaus wichtige Bedeutung dieses Naturraumes heraus und gab an zahlreichen Waldbildern Erläuterungen zur Bewirtschaftung dieser wertvollen Waldbestände. Aufbauend auf dem Nachhaltigkeitsprinzip werden gleichermaßen ökologische, ökonomische und gesellschaftlich- soziale Ziele verfolgt, um die Vielfalt zu bewahren und den Fortbestand der mannigfaltigen Waldfunktionen für kommende Generationen zu gewährleisten. Zur Erhaltung stabiler gesunder Mischwälder wird - wo immer es möglich und sinnvoll ist - eine natürliche Verjüngung angestrebt. Das heißt, die Samen der Altbäume entwickeln sich zu Jungpflanzen, die dann im Halbschatten des Altbestandes zur nächsten Baumgeneration heranwachsen. Natürlich verjüngte Wälder bieten viele Vorteile. Unter Schirm entstehen qualitativ und damit auch ökonomisch hochwertige Verjüngungen, die sich zusammen mit Altbestandresten zu mehrstufigen, optisch ansprechenden Waldbildern entwickeln. In manchen Fällen kann das Ziel stabiler Mischwälder jedoch nur über kostenintensive Pflanzung erreicht werden. Jungbestandspflege und Durchforstung bedeuten eine lohnende Investition in die Zukunft. Im jungen Alter kann die Bestandsentwicklung durch Eingriffe gesteuert werden. Das Ziel dabei ist es, die gewünschten Baumartenanteile zu erreichen und die künftige Wertleistung durch eine Qualitätsauswahl sicherzustellen. Durchforstungsmaßnahmen in den folgenden Altersklassen lenken den Zuwachs durch Umlichtung der Kronen gezielt auf Bäume mit hoher Qualität und Werterwartung. Angesichts gravierender Fraßschäden durch den Biber entlang der Helmaring (Gut Helmaringen hat seinen Namen von diesem Bach) und vielerorts festzustellender Verbissschäden durch das Rehwild, machte der Förster deutlich, wie wichtig es im Falle konkurrierender Zielsetzungen und Konflikten es sei, einen Interessenausgleich herbeizuführen und die Balance zwischen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Zielen langfristig und nachhaltig aufrechtzuerhalten. Es war sicher lohnenswert, den Auwald einmal in all seiner Vielfalt näher kennen zu lernen.

Die Fotografen entdeckten ebenso wie die Künstler interessante und nicht alltägliche Motive. Dem Kulturmarkt Lauingen ist mit dieser Erkundungstour gelungen, einen ganz besonderen Akzent zu setzen. Jetzt können die Künstler - jeder aus seiner Sicht und seinen Vorstellungen - danach Motive zum "Auwald" wählen und bildnerisch umsetzen. Man darf auf die ersten Ergebnisse beim Künstler Stammtisch am 27. März 2009 gespannt sein. Die lebhaften Gespräche und Diskussionen beim gemütlichen Abschluss im Gasthof "Drei König" waren jedenfalls schon einmal viel versprechend.

(Foto: Dieter Hoffmann)
07.02.2009: Ausstellungseröffnung im Elisabethenstift

(sk) Der Hausherr der Lauinger Elisabethenstiftung, Helmuth Zengerle zeigte sich beeindruckt. Bei der Eröffnung der Ausstellung des Lauinger Hobbykünstlers Erwin Weiß, erinnerte er an die Zeiten, da Erwin Weiß als technischer Angestellter im Lauinger Bauamt tätig war. Damals hätte sich keiner vorstellen können, dass in Weiß' Leben einmal so viel Muße und Ruhe einkehren würde um so viele Bilder malen und ausstellen zu können.

In der Tat zeigt Erwin Weiß eine breite Palette verschiedener Themen, und Malstile, die im hellen und lichten Raum der Eingangshalle in der Elisabethenstiftung ins rechte Licht gerückt werden. Ein Lieblingsmotiv des Malers sind dabei Lauinger Ansichten aller Art.

Anton Grotz, Vorsitzender des Kulturmarktes Lauingen e.V. stellte den Vernissage - Besuchern einen umtriebigen und vielseitig interessierten Erwin Weiß vor, der seine Erfüllung im Gestalten von Gemälden findet. Grotz erinnerte an zwei frühere Ausstellungen, die Weiß gemeinsam mit Gleichgesinnten durchgeführt hatte und an denen er zunächst zögernd teilnahm. Die Erfolge und der Zuspruch, die er damals erlebte, ermunterten ihn, nun 110 seiner Werke drei Wochen lang in der Elisabethenstiftung zu zeigen. Erwin Weiß' größter Wunsch ist es, etwas für die Lauinger Bevölkerung und die Bewohner der Einrichtung zu machen. Daher freut er sich auch schon sehr auf die Begegnung mit den Ausstellungsbesuchern. Er betreut die Ausstellung, täglich in der Zeit von 11 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 18 Uhr und steht für Auskünfte über seine Werken gerne zur Verfügung.

(Foto: S. und M. Knecht)
23.03.2009: Nachlese zur Ausstellung von Erwin Weiß im Elisabethenstift

(sk) Erwin Weiß zeigt sich außerordentlich zufrieden mit dem Erfolg seiner Werkschau im Eingangsbereich der Elisabethenstiftung. In dem lichten Ambiente des Foyers in der Einrichtung für psychisch kranke Menschen war das umfangreiche Werk des Lauinger Hobbykünstlers drei Wochen lang für die Öffentlichkeit zugänglich und wirkungsvoll in Szene gesetzt.

120 seiner geschätzt 300 Bilder hatte Erwin Weiß für die Ausstellung ausgesucht und nach eigenen Angaben viel Zuspruch dafür geerntet. Da Weiß an jedem Ausstellungstag für einige Stunden als Ansprechpartner für die Besucher da war, bekam er selbst einen Eindruck von seinem Publikum. Viele Lauinger, die ihn aus seinen Zeiten als Angestellter beim Bauhof kennen, kamen um zu sehen, "was der Erwin so malt". Aber auch Besucher der Heimbewohner und vor allem die Heimbewohner selbst besuchten die Bilderschau und genossen die vielfältigen Eindrücke. Aquarelle, Acryl- und Ölgemälde hingen neben schlichten, ausdrucksstarken Bleistiftzeichnungen und die Motive zeigten Lauinger Ansichten und Landschaften sowie phantasievolle Eigenkreationen, Abstrakte und Kopien von Van Gogh und Monet.
26.09.2009: Eine Wiederauferstehung auf Zeit - als Kulturhaus

(mb) Selten war eine Vernissage im Kreis wohl derart gut besucht, wie diese. Rund 250 Menschen, so schätzten die Veranstalter, strömten am Freitagabend in das ehemalige Kaufhaus Mützel. Alle wollten bei dieser Wiederauferstehung auf Zeit dabei sein. Denn im Erdgeschoss des einstigen Einkaufstempels zeigen derzeit 15 Künstler ihre Werke zum Thema Auwald. Und so vielfältig, wie der Wald selbst, so unterschiedlich sind auch ihre Interpretationen.

Organisiert wurde die Ausstellung während der Dillinger Kulturtage vom Kulturmarkt Lauingen. Johannes M. Bauer, Wolfgang Ferner, Edith Gebauer, Adelinde Güntner, Zaven Hanbeck, Elli Hitzler, Eva-Maria Lauffer, Jürgen und Ludwig Lenzer, J. Paul Menz, Gottfried Schreiber, Gabi Streil-Paczinski, Elfriede Stumpp, Stephanie Walter und Erwin Weiß zeigen ihre Werke.
Das Spektrum reicht von Holz-Skulpturen über Aquarelle oder Zeichnungen bis zu großflächigen Malereien. Und während die eine detailgetreu darstellt, zeigt der oder die andere Abstraktes. Die jüngste der Künstler, Stephanie Walter, malte die tote Ophelia aus Shakespeares "Hamlet" in den Gewässern des Auwaldes. Eva-Maria Lauffer aus Gundelfingen dagegen zeigt mit einer Collage, was das Auge dort alles sehen kann. Und J. Paul Menz verarbeitete Fuchsschädel und Strohhalme in einem seiner Werke. Die Besucher können sich zudem in einem Raum in einer eigenen Ausstellung von Donautal-Aktiv beispielsweise über den Verlauf der Donau in früheren Zeiten informieren.
In seinem Grußwort bedankte sich der Vorsitzende des Kulturmarktes, Anton Grotz, bei den zahlreichen Helfern, die die Ausstellung im ehemaligen Kaufhaus möglich gemacht hatten: "Was wir hier erleben, ist ein beispielhaft gelebtes Wir-Gefühl." Er betonte, dass sich wohl keiner vor einigen Monaten vorstellen habe können, dass diese Räumlichkeiten für eine Ausstellung genutzt werden könnten.
Der stellvertretende Landrat Hans-Jürgen Weigl berichtete, dass er bereits mehrmals am Abend an den hell erleuchteten Fenstern des ehemaligen Mützel vorbeigefahren sei. Man könne der Stadt wünschen, dass just an diesem Ort eine Kulturmarkthalle oder ein Kulturkaufhaus entstehen würde. Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk sagte, er freue sich, wenn das ehemalige Kaufhaus mit Leben erfüllt sei. Er verwies darauf, dass sich auch der größte Sohn der Stadt, Albertus Magnus, mit dem Auwald beschäftigt habe. Martin Königsdorfer von Donautal-Aktiv sagte, dass rund 30 000 Radler pro Jahr an der Donau entlang durch den Kreis fahren.
Für die musikalische Unterhaltung bei der Vernissage sorgten die Jagdhornbläser.

(Foto: ALFA)
14.11.2009: Ein Plädoyer für Schwäbisch

(sk) Ein kurzweiliges Plädoyer für den Erhalt der schwäbischen Sprache genossen gut 200 Besucher der Veranstaltung "Schwätz m'r schwäbisch" im Albertus-Magnus-Saal der Lauinger Elisabethenstiftung. Josef Regensburger aus Finningen, begeisterte mit verschmitzt vorgetragenen Geschichten und Gedichten. Auch bei dem etwas längeren Vortrag über das Abenteuer vom nächtlichen Most-zapfen kam er nie ins Stocken und reimte munter bis zum heiteren Ende.

Wie Aufklärung auf Schwäbisch funktioniert, zeigten Christel Steurer, Amanda Bär und Daniela Musselmann im Sketch: "S' Dodle und d'r Häffadoig". Perfektes Hefegebäck soll die Erbtante einer jungen, angehenden Ehefrau großzügig stimmen. Und interessanterweise mag ein "Häffadoig" alles, was auch die Erbtante schätzt.

So ein Nachmittag könne integrativen Nutzen haben, wenn die Zugereisten ihn nutzen, um die schwäbische Mundart näher kennenzulernen, meinte Bürgermeister Wolfgang Schenk augenzwinkernd in seinem Grußwort. Locker und souverän führte Gerhard Winkler durch das Programm und erfreute die Zuhörer mit kleinen Anekdoten vom schwäbischen Mundartdichter Martin Egg.

Die Schwenninger Tanzelmusi musizierte mit sichtlichem Vergnügen ihre munteren Weisen. Teilweise gesellte sich auch Ludwig Lenzer mit seiner Teufelsgeige zu den Musikanten. Die Sängerinnen des Frauenbundsingkreises unter der Leitung von Daniela Musselmann sangen schwäbische Lieder und mit den Gästen zum Abschluss das "Lauinger Lied".

Anton Grotz, Vorsitzender des Lauinger Kulturmarktes und Initiator der Veranstaltung, dankte dem Hausherrn Helmuth Zengerle für die Bereitstellung des Saales und äußerte die Hoffnung auf ein Wiedersehen an gleicher Stelle im nächsten Jahr. Für die tolle Bewirtung bedankte sich Grotz bei den Lauinger Landfrauen.

(Foto: ALFA)
 
 
 
 
 
Eine Wiederauferstehung auf Zeit - als Kulturhaus, Foto: ALFA