03.07.2010: Skulpturenweg Donauried

(agr) 2005 und 2006 entstand unter der Schirmherrschaft der beiden Bürgermeister von Wertingen und der Gemeinde Buttenwiesen der Skulpturenweg Donauried. Unter der künstlerischen Leitung und Organisation von Herbert Dlouhy, Maler und Bildhauer aus Hohenreichen, entstanden während eines Bildhauersymposions in einer Woche intensiven Arbeitens die 11 Werke auf dem Skulpturenweg. Die namhaften Teilnehmer kamen aus Deutschland, der Niederlande, Österreich und Bulgarien.

Männer und Frauen verschiedenen Alters bearbeiteten Materialien wie Stein, Holz und Metall. Mit unterschiedlichen Techniken, Werkzeugen und individueller Thematik und Gestaltung entstand eine Vielfalt, die dadurch für den Betrachter interessant und spannend ist. Der Kulturmarkt Lauingen e.V. startete kürzlich mit einem Gefährt von Dorle Burkard zu einer romantischen Rundfahrt durch das Donauried, der zweitgrößten unbebauten Fläche Deutschlands mit zahlreichen Natur- und Vogelschutzgebieten. Bildhauer Hans Malzer aus Adelsried erläuterte dabei kompetent die einzelnen Objekte. Der Platzhirsch, eine Kombination aus Eichenholz und Stahl von Joachim Kraus aus Wertingen gesägt und geschnitzt. Donaublau schuf der Niederländer Bert Meinen. Aus Fichtenholzbohlen gesägt und zu hohen Padeln verklebt, sind die neun Teile rhythmisch im Gelände angeordnet, auf die Lage, die Ausrichtung und die Struktur des Ortes bezogen. Besonders eindrucksvoll ist der Bildstock von Hans Malzer, aus einem mächtigen Robinienstamm unter Einbeziehung der dicken Astansätze gesägt und geschnitzt. Bezug genommen wird dabei auf die Heimat, die Familie, die Tiere, Pflanzen und Gebäude (Wertinger Kirche). Eine perfekte Kugel, das "Netzwerk Kugel" von Peter Schwenk aus Maitenbeth, aus Stahlschrotteilen zusammengeschweißt, spannungsreich in den Strukturen, schafft interessante Durchblicke in das Donautal Herbert Dlouhys "Zeichen", ein Weg- Zeichen an einer Kreuzung lässt Spielraum für eine individuelle Interpretation: „Weg-Weiser“, „Vogel“, Totem. Ein Beispiel für Humor in der Kunst ist das "Vogelhäuschen" von Peter Buchholz aus Belgien. "Erdverbunden" nennt Katja von Lübtow aus Waal ihre Rundumplastik, die zum Drumherumgehen einlädt, wobei man immer wieder neue Ein- und Durchblicke gewinnt. Kein Fremdkörper, sieht aus, als wäre sie schon immer dagewesen, die "Furche" der Österreicherin Gabriele Berger, ein archaisches Zeichen in der Landschaft. Die drei "Kopfstelen" von Norbert Zagel aus Eggelshof wurden mit der Kettensäge geschaffen, sensibel, fein und detailreich gestaltet. Das "Magnetschwebebahnkreuz" von Leo Schmitt aus Unterthürheim wurde bereits 1976 geschaffen und nachträglich in den Skulpturenweg integriert. Es symbolisiert den Widerstand der örtlichen Bevölkerung gegen die geplante Versuchsstrecke der Magnetschwebebahn im Donauried. Letzte Station: Der "Blick" von Ognyan Chitakov aus Bulgarien. Zwei Steinblöcke, einer unbearbeitet, rau, der andere ein überdimensionaler Männerkopf. Beide Blöcke ineinander gefügt, erzeugen Kontrast und Spannung und stehen im Dialog mit der Pfaffenhofener Kirche.

Der Kulturmarkt unternahm unter fachkundiger Führung am 3. Juli eine Exkursion zum Skulpturenweg Donauried. Bei jeder Station kommentierte Gerhard Burkard die verschiedenen Werke mit seinen dazu treffend verfassten, mitunter aber auch sehr kritischen Gedichten. Gernot Hartwig berichtete von so manchen Gegebenheiten und Erlebnissen im Kampf um den Erhalt des wohl einmaligen Donauriedes. Die Teilnehmer waren begeistert und fasziniert von der Natur und Kunst im Einklang.

(Fotos: Wieland Freigang und Peter Frey)
11.09.2010: Auf den Spuren der Textilgeschichte

(agr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Ausstellung „Vom Rohstoff zur Mode“ im Staatlichen Textil- und Industriemuseum in Augsburg auf die 62 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen e.V. Zum Programm gehörte am 11. September 2010 auch ein Rundgang durch die Augsburger Altstadt mit Besichtigung des Goldenen Saals, des Domes und der Fuggerei.
In einem Industriedenkmal, der Augsburger Kamingarnspinnerei, ist am 20. Januar dieses Jahres das Staatliche Textil- und Industriemuseum (tim), das erste Landesmuseum in Bayerisch-Schwaben, eröffnet worden. Die langjährige Stellung Lauingens als Zentrum der Textilindustrie im pfalzneuburgischen Oberland gab dem Kulturmarkt Anlass, diese Ausstellung zu besuchen, um die Entwicklung des Weberberufes mit zu verfolgen, der einst in Lauingen über lange Zeit am stärksten vertreten war. Beispielsweise lebten im Jahre 1799 in Lauingen noch 82 Weber und 9 Weberwitwen.
Enorme technische Entwicklung
Der Ausstellungsrundgang verdeutlichte die überaus wechselvolle Geschichte der Industrie in Augsburg, das zu den traditionsreichsten Textilstädten in Europa zählt. Zu sehen ist die textile Produktion, die im Mittelalter und der Neuzeit noch als Handwerk betrieben wurde. Porträts von bekannten Unternehmern, darunter auch von Johann Heinrich Schüle, weisen auf die Neuerungen in der Textilindustrie hin, die als Kehrseite handwerkliche Weber in eine soziale Notlage bringen konnten. In der angeschlossenen Museumsfabrik erhält der Besucher eine Antwort auf die Frage, wie aus verschiedenen textilen Rohstoffen, z.B. Flachs, ein Stoff entsteht. Zugleich kann die beeindruckende Entwicklung der Webstühle bis hin zu den High-Tech-Maschinen verfolgt werden.
Interessant sind die textilen Muster, die in den Musterbüchern der Neuen Augsburger Kattunfabrik, deren ältestes aus dem Jahre 1792 stammt, verfolgt werden können. In einer eigenen Modeabteilung werden 200 Jahre Kostümgeschichte erzählt. Den Schluss bildet ein Kabinett mit Hightech-Textilien, die von einigen namhaften Betrieben in Bayerisch-Schwaben heute gefertigt werden und das künftig immer mit den aktuellsten Produkten bestückt wird.
Rundgang durch die Altstadt
Der von der Witterung begünstigte Rundgang durch die Altstadt von Augsburg führte zu zahlreichen bekannten Sehenswürdigkeiten. Zu ihnen gehört das 1615-1620 nach den Plänen von Elias Holl erbaute Rathaus mit dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten und im Hinblick auf das 2000-jährige Jubiläum - im Jahr 1985 - rekonstruierten Goldenen Saal. An dem Dom Mariä Heimsuchung haben gleichsam die Jahrhunderte gebaut. Er wird im Äußeren besonderes durch den gotischen Chor geprägt. Sehenswert ist im Inneren die ausdrucksstarke Bronzegussplatte mit der Figur des im Jahre 1302 verstorbenen Bischofs Wolfhard von Roth.
Die aus 67 Häusern bestehende Fuggerei gilt als die älteste Sozialsiedlung der Welt. Ihr Stiftungsbrief ist im Jahre 1521 aufgerichtet worden. Eindrucksvoll sind zwei Museumswohnungen: die eine ist so eingerichtet, wie sie zur Zeit der Gründung der Fuggerei ausgesehen haben könnte, die andere vermittelt einen Eindruck der Ausstattung in der Gegenwart. Ein Kleinod im Fuggerpalast bildet der aus dem Jahre 1515 stammende Damenhof, der noch Reste der reichen Groteskmalereien bewahrt hat.
Georg Wörishofer dankte abschließend dem 1. Vorsitzenden des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, für seine vielfältige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort leiste. Anton Grotz erwiderte den Dank an Georg Wörishofer, der diesen Tag durch seine kompetente Führung wieder zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat.
01.10.2010: 50 Wiesn-Krüge in der Herzogstadt

(sb) Rund 50 Wiesn-Krüge zieren derzeit das Schaufenster des alten Mützel-Kaufhauses in der Lauinger Herzog-Georg-Straße. Seit den 1970er Jahren hat Dieter Hoffmann jedes Jahr auf dem Oktoberfest in München einen Krug gekauft und diese liebevoll aufbewahrt.

Aus dem Keller geholt
Jetzt hat sein Schwager Anton Grotz, Vorsitzender des Kulturmarktes Lauingen, die Krüge aus dem Keller geholt und ins Schaufenster gestellt. Seit zwei Jahren organisiert Grotz Lauinger Firmen, die die leeren Schaufenster im Kaufhaus ausfüllen und verschönern.
Bis 18. Oktober
"Es wäre doch schade, wenn die Fenster das ganze Jahr über leer stehen würden", so Grotz. Und aus Gründen der Aktualität habe er eben die Krüge mit dazu gestellt. Bis 18. Oktober können Fußgänger die Ausstellung noch bewundern.

(Foto: Bronnhuber)
30.10.2010: Kunst im Mützel bestaunen

(sk) "In puncto Farbe" werden im Lauinger ehemaligen Kaufhaus Mützel ab Samstag, 6. November, viele interessante Werke zu sehen sein. Acht Frauen zeigen bis zum Sonntag, 21. November, ihre Kunstwerke.

Jedes Einzelne ist ein individueller Ausdruck der Persönlichkeit seiner Schöpferin; alle zusammen ein bunter Reigen der unterschiedlichsten Motive und Malstile. Manche Künstlerinnen malen seit langer Zeit, andere sind erst vor ein paar Jahren auf dieses Hobby gestoßen. Die Besucher können die Werke von Lane Ziegler, Gerlinde Fichtner, Christa Ostertag, Helga Burkhart, Christine Jarisch, Ursula Pausewang, Danica Damnjanovic und Ludmilla Erhard bestaunen. Der Lauinger Kulturmarkt unter der Leitung des Vorsitzenden Anton Grotz hat die Ausstellung initiiert und organisiert. Eröffnung ist am Freitag, 5. November um 19 Uhr. Ab Samstag, 6. November, sind die Werke täglich von 11 Uhr bis 19 Uhr, jeden Donnerstag von 11 Uhr bis 20 Uhr zu sehen.

(Foto: Knecht)
 
Seit zwei Jahren organisiert Anton Grotz, Vorsitzender des Kulturmarktes Lauingen, Firmen, die im leer stehenden Kaufhaus Mützel ausstellen. Derzeit sind 50 Wiesn-Krüge von seinem Schwager Dieter Hoffmann zu sehen. Foto: Bronnhuber
Auch dieses Bild von Gerlinde Fichtner ist in der Ausstellung "In puncto Farbe" im ehemaligen Lauinger Kaufhaus Mützel zu sehen. Die Schau wird am Freitag, 5. November, um 19 Uhr eröffnet. Foto: Knecht