28.05.2011: Von Landesausstellung „Götterdämmerung - König Ludwig II." beeindruckt

(agr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließen Schloss Herrenchiemsee und die dort gezeigte Landesausstellung auf die 58 Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen e.V.
Zunächst galt das Interesse der Gruppe dem „Königsschloss Herrenchiemsee", das Ludwig erbauen ließ für das der Grundstein im Jahre 1878 gelegt worden ist. Für die Besucher war es überraschend, dass in den Räumen dieses Neuen Schlosses kein Porträt und keine Skulptur zu finden sind, die den Erbauer zeigen. Ludwig wollte nämlich in diesem Versailles ganz hinter die französischen Bourbonen zurücktreten. Besondere Beachtung verdient der 98 m lange Spiegelsaal.
Sodann besuchten die Gäste die Landesausstellung „Götterdämmerung - König Ludwig II.“, die das Haus der Bayerischen Geschichte in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Schlösserverwaltung organisiert hat und die noch bis zum 16. Oktober 2011 im unvollendeten Nordflügel von Schloss Herrenchiemsee zu sehen ist. Zahlreiche bedeutsame Exponate lassen ein Bild von König Ludwig II. entstehen, der zu den bekanntesten Persönlichkeiten der jüngeren europäischen Geschichte zählt.
Gerade volljährig wurde Ludwig, nachdem sein Vater unerwartet verstorben war, im Jahre 1864 bayerischer König. In seinem Tagebuch hielt er diesen denkwürdigen Tag mit dem Wort „König!“ fest, das er in großer Schrift und quer einschrieb.
Die frühe Regierungszeit Ludwigs war durch den Krieg von 1866 an der Seite Österreichs gegen Preußen bestimmt. Eine Folge der Niederlage war die Auflösung der Landwehr, die auch im Landkreis in den größeren Orten bestanden hatte, so auch in Lauingen. Der Feldzug gegen Frankreich in den Jahren 1870-71 wird sehr realistisch in der Ausstellung vor Augen geführt, u. a. mit dem großformatigen Bild der Schlacht von Wörth und auch mit zeitgenössischen Waffen. Das Königreich Bayern, das seit 1818 eine konstitutionelle Monarchie war, schloss sich noch während des Krieges dem neugegründeten Kaiserreich an: Der „Kaiserbrief“, ein eigenhändiges Schreiben von Ludwig an König Wilhelm I. von Preußen, trägt das Datum vom 30. November 1870.
Königsschlösser touristische Flaggschiffe
Schon in seiner Jugend hatte Ludwig eine Freude am künstlerischen Gestalten. Nach und nach schuf er sich Gegenwelten, zu denen auch das berühmteste aller Königsschlösser, Neuschwanstein, zählt. Ludwig war technischen Neuerungen aufgeschlossen, die auch in seinen Schlössern Verwendung fanden. In die Amtszeit von König Ludwig fällt auch der Aufbruch Bayerns in die Moderne. Hierher gehört der Ausbau des Eisenbahnnetzes, darunter auch der 1876 eröffneten Donautalbahn.
Die Verschlechterung des Gesundheitszustands des Königs führte schließlich zu seiner Entmündigung und der Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold, die am 10. Juni 1886 öffentlich verkündet wurde. Sein Tod im Starnberger See am Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, wird ausführlich thematisiert. Noch geplante Projekte, wie die Burg Falkenstein und ein byzantinischer Palast, die in Animationen vorgestellt werden, wurden nach seinem Tod nicht mehr weiter verfolgt.
Nur in der Vielfalt lässt sich ein Mensch wie Ludwig II. fassen. Seine Schlösser - Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee - wurden schon ab August 1886 zur Besichtigung freigegeben. Die an landschaftlichen Vorzugsplätzen errichteten Schlösser sind heute touristische Kristallisationspunkte und tragen wesentlich mit zum Mythos Ludwigs II. bei, der bis heute lebendig ist.
Abschließend bedankte sich der 1. Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, bei Georg Wörishofer, der diesen Tag durch seine kompetente Führung wieder zu einem besonderen Erlebnis machte.
12.06.2011: „Lust und Liebe“ treffend ins Bild gesetzt

(pvn) Kulturmarkt Lauingen präsentiert bis 26. Juni 15 Künstlerinnen und Künstler aus der Region

Begeistert griff Gil Cremant, Bürgermeister der Lauinger Partnerstadt Segré, die Idee von Lauingens Stadtoberhaupt Wolfgang Schenk auf: Die beiden Städte sollten sich auch auf kulturellem Gebiet austauschen, hatte Schenk bei der Vernissage der 23. Gemeinschaftsausstellung des Kulturmarktes in der Sporthalle am Marienweg gemeint. Cremant, der mit einer rund 70-köpfigen Delegation an der Donau weilte, sagte gegenüber unserer Zeitung: „Das ist eine exzellente Idee. Wir haben bereits Austausch zwischen Sportlern, Schulen und Feuerwehr. Jetzt könnten die Künstler folgen, denn auch wir haben jährlich eine derartige Ausstellung.“ Auch Kulturmarkt-Vorsitzender Anton Grotz, der bereits in der Vergangenheit Gespräche in dieser Richtung mit dem Partnerschaftsverein geführt hatte, fand den Vorschlag gut und will ihn weiterverfolgen.
Forum für das breite Feld der bildenden Kunst
15 Künstlerinnen und Künstler (siehe Infokasten) aus Lauingen, Gundelfingen, Dillingen und Adelsried sind es heuer, die ihre Werke zum Thema „Lust und Liebe“ noch bis 26. Juni ausstellen. Anton Grotz sagte bei der Vernissage, die durch die Flötistin Pia Traub musikalisch umrahmt wurde, dass der Kulturmarkt mit dieser 23. Ausstellung das Engagement fortsetze, für das breite Feld der Kunst ein Forum zu bieten. Besonders erfreut zeigte er sich, dass es diesmal gelungen war, „die Trias der bildenden Künste, Malerei, Grafik, Plastik, angemessen zu repräsentieren.
Nach einigen Jahren der Unterkunft im ehemaligen Kaufhaus Mützel, wofür der Dank der Familie Graf galt, sei man, so Grotz, „wieder in die alte Heimat“ zurückgekehrt. Der Vorsitzende dankte noch besonders Dieter Hoffmann und Manfred Hintermayer für die gelungene Gestaltung des Flyers sowie Erwin Weiß, Heinz Allig und Familie Lenzer für Unterstützung und Hilfen.
Das diesjährige Thema „Lust und Liebe“, so Grotz, habe die Menschheit schon immer bewegt. In der Ausstellung ist davon ein breites Spektrum in unterschiedlichsten Ausgestaltungen zu sehen, was den besonderen Reiz der Werkschau ausmache. Die Zahl der eingereichten Arbeiten war dabei so umfangreich, dass eine kompetente Jury eine Auswahl treffen musste.
Die Liebe, im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, zu der ein Mensch fähig ist, stehe dabei auch im übertragenen Sinn für die stärkste Form der Hinwendung an Dinge, Tätigkeiten und Ideen.
Bürgermeister Wolfgang Schenk nannte es „perfekt, was die Künstler auf die Bahn gebracht haben“. Die Vielfalt spreche für die große Kreativität der Beteiligten. Kein anderes Thema habe so viele Künstler inspiriert wie dieses. Er dankte Anton Grotz und dem Kulturmarkt für die Initiative zur Ausstellung.

(Foto: Peter von Neubeck)
16.07.2011: Auf den Spuren der Fugger unterwegs

(agr) Mit dem Kulturmarkt Lauingens einstige wirtschaftliche Stärke entdeckt
Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ der Rundgang „Auf den Spuren der Fugger in Glött“ auf die 31 Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen. Während des Rundgangs mit dem 1. Vorsitzenden Anton Grotz und Georg Wörishofer wurden zum einen die vielfach noch sichtbaren Spuren der Fugger in Glött deutlich, zum anderen aber auch die einstige wirtschaftliche Stärke Lauingens.
Die Gemeinde Glött richtet heuer aus Anlass der 450. Wiederkehr der Vollendung des Schlosses sowie der 300. Wiederkehr der Zubenennung Fugger von Glött nach ihrem einstigen Herrschaftsmittelpunkt ein Festjahr aus. Der Rundgang begann in der Pfarrkirche St. Vitus. Hier hatte der Lauinger Maurermeister Leonhard Schmid die Bauaufsicht. Das Holz lieferte der Lauinger Zimmermeister und Holzhändler Kaspar Steinle. Vier der drei Glocken auf dem Turm stammen von der Glockengießerei Wolfart in Lauingen. Noch heute besitzt die Linie Fugger von Glött das Patronat.
Die Fuggerstraße erinnert an die einstige Bedeutung der Familie Fugger, die Glött von 1537 bis 1869 besessen hat. Diese Familie hatte Glött zum Mittelpunkt ihrer gleichnamigen Herrschaft ausgebaut. Im jetzigen Fuggerpark stand die frühere, 1853 niedergelegte Vorgängerpfarrkirche, die vom Friedhof umgeben war. Ein im Jahre 2000 aufgerichtetes Gedenkkreuz erinnert heute daran. Die auf der Westseite des Parks stehende Fugger-Gedächtnisstätte birgt bedeutende Grabmäler, so etwa das klassizistische Grabmal für Maria Aloysia Adelheid Gräfin Fugger, die 1799 starb.
Lauinger Meister lieferte Kalk
Für das ehemalige Wasserschloss der Fugger wurde im Jahre 1550 der Grundstein gelegt. Am Schlossbau wirkten auch Lauinger Meister mit, beispielsweise der Ziegler Dorn, der große Mengen Kalk lieferte, der Glasermeister Michael Weising und der bekannte Kupferschmied Thoman Leberwurst.
29.10.2011: Begrüßung des Kulturmarktvorsitzenden Anton Grotz zur Ausstellung: „Gottfried Schreiber“

Sehr geehrter Herr Schreiber,
liebe Frau Schreiber,
werte Angehörige,
hochwürdige Geistlichkeit,
Herr Bürgermeister Schenk,
meine Damen und Herrn Stadträte,
verehrte Gäste!
Namens des Kulturmarkts Lauingen e.V. darf ich Sie zur 24. Ausstellung sehr herzlich willkommen heißen. Diese Einzelausstellung ist Gottfried Schreiber gewidmet, einem überaus verdienten Bürger unserer Stadt. In der Aula der Mittelschule hat Herr Schreiber heute eine besondere Ehrung, den Hyzainth-Wäckerle-Preis der Stadt Lauingen verliehen bekommen. Dazu darf ich Ihnen persönlich wie für den Kulturmarkt Lauingen e.V ganz herzlich gratulieren.
Ohne Ihnen schmeicheln zu wollen, Sie haben die Ehrung wahrlich verdient. Ihre Verdienste sind von Herrn Bürgermeister Schenk und Frau Eva-Maria Lauffer, ihrer langjährigen Kollegin, eindrucksvoll gewürdigt worden. Dem noch etwas hinzufügen zu wollen, hieße Wasser in die Donau tragen.
Herr Schreiber, ich durfte vor vielen Jahren drei Jahre lang ihr Schüler im Albertus Gymnasium sein, jetzt sind Sie schon mehr als fünf Jahre ein ganz treuer Mitarbeiter bei uns im Kulturmarkt. Der Verein belebt seit fast 20 Jahren die kulturelle Vielfalt unserer Stadt. Sie standen uns dabei immer mit Rat und Tat zur Verfügung, arbeiteten aktiv mit und stellten mehrmals auch selbst aus. Für dieses Engagement bedanken wir uns heute ganz besonders.
Wir nehmen das alles beileibe nicht als selbstverständlich an. Aus diesem Grund hat sich der Kulturmarkt entschlossen, als kleines Dankeschön, mit Ihren Werken diese Ausstellung auszurichten.
Der Flyer ist dank des Einsatzes und der Routine von Herrn Hoffmann und Hintermayr wie immer wieder sehr gut gelungen. Ohne ein erprobtes Konzept aus den vergangenen 23 Ausstellungen, das eingespielte Team Weiß und Allig und die hilfsbereiten Damen und Herrn des Kulturmarkts hätten wir uns schwer getan, in der Kürze der Zeit die Ausstellung so professionell aufzubauen. Allen Helfern danke ich nochmals ganz herzlich für ihre Unterstützung.
Dabei möchte ich selbstverständlich auch die Damen vom Kulturmarkt einschließen, die sie im Anschluss an die von der Stadt gesponserten Speisen und Getränke versorgen werden.
Herr Schreiber, die Zeit der Vorbereitung ist Gott sei Dank vorbei, auch Ihre Frau wird jetzt erlöst aufatmen.
Ich halte es jetzt mit Arnold Böcklin, der meint: warum über Bilder schreiben, ich ergänze sprechen, die sprechen doch für sich selbst.
Ihre bevorzugten Themen sind Landschaften, Stillleben, Figur- bzw. Figurengruppen, wobei vor allem die Frau ein immer wiederkehrendes Motiv ihrer Malereien und Zeichnungen darstellt.
Wie bei Ernest Meissonier ist für sie unübersehbar das Nackte das Schönste auf der Welt. Im Katalog zur Ausstellung Maler und Modell im Rahmen der 13. Kulturtage schreiben Sie, dass sie die Gegensätze Mann-Frau, alt-jung, bekleidet-nackt, Rücken-Brust, Maler-Modell in ihrer Vielfalt so faszinierend finden, dass sie sie ständig aufs Neue begeistern. Herr Schreiber, uns geht es nicht anders.
Das Besondere und Schöne liegt ohnehin im Auge des Betrachters. Für Wilhelm Leibl ist „Sehen alles“ - meint aber auch „dass die Wenigsten sehen können“.
Zu meiner Freude bietet die Ausstellung Gelegenheit, das reiche und vielfältige Schaffen von Herrn Schreiber einer großen Öffentlichkeit darstellen zu können. Ich wünsche allen Besuchern genug Zeit, Ruhe und Muse den erlebten und dargestellten Erfahrungen des Künstlers, der jetzt schon seit über 50 Jahren in Lauingen wohnt und wirkt, die nötige Aufmerksamkeit zu widmen.
Freuen wir uns aber auch auf die menschliche Begegnung, ohne die Kunst nicht mit Leben erfüllt werden könnte.
 
 
Bild: Gerald C. Scherer, Foto: Peter von Neubeck