24.03.2012: "Wie schön Lauingen ist"

(pvn) Ausstellung im Rathaus noch bis 15. April

Erstaunliche Einblicke in Bekanntes, das Unbekanntes zutage fördert, erlaubt die 25. Gemeinschaftsausstellung des Lauinger Kulturmarkts, die am vergangenen Freitagabend im Foyer des Rathauses durch Bürgermeister Wolfgang Schenk und Peter Frey eröffnet wurde. 13 Frauen und Männer zeigen dabei, wie sie ihre Heimatstadt sehen und welche Winkel und Ecken - auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten - für sie sehens- und malenswert sind.
Martin Vincent Barfuß, Gabriele Birkner, Danica Damnjanovic, Wolfgang Ferner, Edith Gebauer, Adelinde Güntner, Elly Hitzler, Eva-Maria Lauffer, Ludwig Lenzer, Gottfried Schreiber, Gabi Streil, Erwin Weiß und Heinrich Weyers nahmen sich auf jeweils unterschiedliche Art und Weise des Themas "Lauinger Motive" an. Natürlich gibt es Abbildungen von Schimmelturm, Oberem Brunnental, Schloss, Donauufer und Alttsadt, aber auch nicht so oft Gesehenes wie den alten Bahnhof oder Teile des Deckenfreskos aus der Augustinerkirche.
Peter Frey sagte für den erkrankten Kulturmarkts-Vorsitzenden Anton Grotz: "Gerade die Unterschiedlichkeit der gezeigten Werke gibt der Ausstellung ihren besonderen Reiz. Eines aber haben alle gemeinsam: die Liebe zu gestalten. Er drückte die Hoffnung aus, dass die Besucher der Exposition bisher noch ganz unbekannte Flecken und Motive entdecken: "Das Besondere und Schöne liegt ohnehin im Auge des Betrachters."
Bürgermeister Schenk dankte allen beteiligten Künstlern, aber auch den Organisatoren und nannte die Ausstellungen eine "Bereicherung, die einen Blick erlaubt, der sonst nicht so gewohnt ist". Als Lauinger sehe man oft mehr die kritischen Ecken als die Schönheiten der Heimat. Das Stadtoberhaupt forderte die Zuhörer bei der Vernissage dazu auf: "Tragen Sie einfach nach draußen, wie schön Lauingen ist."
Die Ausstellung ist während der Dienstzeiten im Rathaus sowie am Samstag, Sonntag und Feiertag jeweils von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die Schau endet am 15. April.

(Fotos: Peter von Neubeck)
19.05.2012: Eröffnung des Eichbrunnens

(agr) Mit einer Initiative ist es dem Kulturmarkt gelungen, den Lauinger Eichbrunnen mit Hilfe engagierter Bürger instand zu setzen. Der Eichbrunnen ist jetzt ein Kleinod im Oberen Brunnental Lauingens geworden.
Im Lauinger Stadtrecht von 1439 ist das Eichrecht schon aufgezeichnet und für alle Bürger verbindlich erklärt. Zur Erfüllung der sich daraus ergebenden Aufgaben hatte Lauingen ein Eichamt, an dem ein geschworener Eichmeister die Prüfung und Messung von den Fässern der verschiedenen Brauereien vornahm. 1580 erließ der Rat eine „Bierprew-Ordnung“, die aber schon 1596 von einer noch ausführlicheren Ordnung abgelöst wurde. Im Jahre 1603 bestanden in Lauingen 14 Brauereien, 1620 waren es bereits 16 und 1755 gar 19 Brauereien. Bei so vielen Brauereien musste es zwangsläufig entsprechend auch viele Gastwirtschaften geben, 51, die alle auf dem Stadtplan im Eichbrunnen aufgeführt sind.
Der Kulturmarkt hat sich die Geschichte des Eichamtes zu eigen gemacht und mit einer Initiative Eigentümer, Anwohner, Mitglieder und Interessierte zusammengebracht, um die Geschichte des Eichwesens den Lauingern wieder ins Bewußtsein zu bringen. Eine Bronzetafel an der staufischen Stadtmauer weist auf die historische Einrichtung des ehemaligen Eichamts hin. Der durch ein schönes Eisengitter abgeschlossene Raum wurde durch zahlreiche Freiwillige aufwendig saniert und mit zahlreichen Gegenständen und Requisiten authentisch gestaltet. Nach Recherchen des Eichamts Augsburg-Kempten handelt es sich hier um die älteste Fasseichanstalt in Bayern. Die Eröffnung des historischen Kleiods fand am Samstag, 19. Mai 2012, im Beisein von Vertretern der Kirche, der Politik, der Wirtschaft, der Presse, der Schulen, der Vereine und Institutionen statt. Anton Grotz, der Vorsitzende des Kulturmaktes, hielt den Festvortrag.
Dabei dankte er den zahlreichen Helfern; besonderer Dank galt den Hausbesitzern, der Familie Feuerstein, für das großzügige Entgegenkommen bei der Wiederbelebung der historischen Stätte.

(Foto: Erwin Freudling)
30.06.2012: Von der Landesausstellung und der Burghauser Altstadt beeindruckt
(agr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Landesausstellung „Verbündet-Verfeindet-Verschwägert: Bayern und Österreich“ auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen e.V., die auf der Burg Burghausen präsentiert wird. Zum Programm gehörte auch ein Rundgang durch die Burganlage sowie durch die Altstadt von Burghausen.
Die erste gemeinsame Landesausstellung des Landes Oberösterreich und des Freistaates Bayern nimmt die mittelalterliche Entwicklung Bayerns und Osterreichs in den Blick. Es wird deutlich, dass Bayern, bedingt durch den Landesausbau, einst weit nach Osten reichte Dies dokumentieren die Karten zur Verbreitung der bayerischen Mundart. Zur Erschließung des Raumes trugen Klöster bei, so das im Jahre 777 gegründete Kremsmünster, das zu einem bedeutenden Zentrum der Mission heranwuchs. Dort wird heute noch der einzigartige Tassilokelch aufbewahrt, von dem in der Ausstellung eine Replik gezeigt wird. Auch hatte die Grenze der Diözese Passau sich einst bis an die ungarische Grenze erstreckt.
Eigenständige Entwicklung
Bis 1156 gehörte Ober- und Niederösterreich zum Herzogtum Bayern: Im Reichstag von Regensburg stellte Kaiser Friedrich Barbarossa darüber das „Privilegium minus" aus, das nur noch abschriftlich erhalten ist. Ein Anliegen der Ausstellung ist es, über die Lebenswelt der damaligen Menschen zu informieren. Dazu gehört der Alltag sowohl bei den Bauern aber auch bei den Adeligen. Einen wesentlichen Teil hat bei diesen Ständen die Religion eingenommen. Nach dem plötzlichen Tod von Kaiser Heinrich VII. entbrannte ein Streit zwischen dem Wittelsbacher Ludwig und dem Habsburger Friedrich um die römisch-deutsche Königskrone. Er endete in einer Doppelwahl. Die Schlacht bei Mühldorf von 1322, auf die ausgestellte Waffenteile verweisen, gehört zu den markanten Daten der bayerisch-österreichischen Geschichtsschreibung. Mit seinem Sieg konnte Ludwig der Bayer den Anspruch auf den Thron durchsetzen. Zu den wichtigsten Ausstellungsstücken zählt schließlich die „Goldene Bulle“ von 1356, in der die Wahl des Königs genau geregelt ist.
Längste Burganlage Europas
Der Rundgang durch die fünf Innenhöfe der mit 1051m längsten Burganlage Europas ließ erkennen, dass hier auf geschickteste Art das Gelände ausgenutzt worden ist. Das Erscheinungsbild der Burg ist hauptsächlich durch die Aus- und Umbauten des späten 15. Jahrhunderts geprägt. In der älteren Geschichte von Burghausen habe das auf der Salzach beförderte Salz, so Georg Wörishofer während des Rundgangs, eine grundlegende Rolle gespielt. Auch in Lauingen sei es zeitweise bedeutsam gewesen, nämlich insbesondere von 1784 bis in den Beginn des 19. Jahrhunderts, als in der Stadt ein kurfürstliches Salzlager bestanden habe. Die Salzach als Grenzfluss sei relativ jung, da das bayerische Innviertel erst 1779 österreichisch geworden sei. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten gehört die am Jakobsweg gelegene Kath. Stadtpfarrkirche St. Jakob mit ihrem stadtbildprägenden Turm. Der Altstadtbereich „In den Gruben" gefällt durch seine kleinteilige Struktur. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt das am charakteristischen Stadtplatz gelegene Rathaus, der wohl 1551 erbaute Stadtsaal, die 1746 geweihte Schutzengelkirche und die 1663 vollendete ehem. Kath Studienkirche St. Joseph.
Georg Wörishofer dankte abschließend dem 1. Vorsitzenden des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, für seine vielfältige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort leiste. Anton Grotz erwiderte den Dank an Georg Wörishofer, der diesen Tag durch seine kompetente Führung wieder zu einem besonderen Erlebnis gemacht hat.
16.11.2012: Erlebnisse eines Reporters
(ep) BR-Legende Heinz Köppendörfer erinnert in Lauingen an Kuriositäten seiner Laufbahn

Das Leben besteht aus Geschichten. Diesen Eindruck gewannen die Besucher einer ?Kulturmarkt-Veranstaltung in der Lauinger Auwaldgaststätte. Der Sportjournalist Heinz Köppendörfer, dessen Stimme einst ein Markenzeichen des BR-Hörfunks war, erinnerte an seine oftmals kuriosen Erlebnisse als Reporter.
Köppendörfer, 1936 in Augsburg geboren, ist vor allem als Moderator der TV-Sendung ?Blickpunkt Sport populär geworden. Seine Fähigkeit, aus dem Steigreif prägnant und zugleich amüsant zu formulieren, bewies er auch an diesem Abend. Voller Temperament und Vitalität schilderte er Anekdoten und Begegnungen mit prominenten Sportlern und Politikern der vergangenen Jahrzehnte.
Sein Lauinger Publikum erwies sich als außerordentlich kompetent. Wo es darum ging, ein Datum oder einen Zusammenhang zu präzisieren, war an diesem Abend auf die kollektive Intelligenz Verlass. Das verwunderte nicht weiter, denn der Kulturmarkt Lauingen hatte die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fußballverband und dem FC Lauingen vorbereitet. So erklärte es sich, dass sich im Gastzimmer Experten der jüngeren Sportgeschichte zusammengefunden hatten. Begrüßt wurden sie vom Kulturmarkt-Vorsitzenden Anton Grotz, der dem Vorsitzenden des FC Lauingen, Udo Dankesreiter, für die Kooperation bei der Realisierung der Veranstaltung dankte.
Heinz Köppendörfers freie Rede erhielt ihren besonderen Glanz durch sprachliche Pointen und inhaltliche Kuriositäten. Er erzählte, wie er in Italien mit Franz Beckenbauer verwechselt wurde, wie Improvisation die Arbeit in den Anfangsjahren des TV-Betriebs bestimmte oder Versprecher eine Bildschirmkarriere beenden konnten. Sepp Maier, immer zu Witzen aufgelegt, habe unter dem Tisch die Bändel des rechten und linken Schuhs von DFB-Präsident Hermann Neuberger zusammengebunden. Der vom Wandern erschöpfte Kardinal Döpfner sei von einem Alpenbauern auf einem Langholzfuhrwerk mitgenommen worden (?Hock di hintn aufi!) und, nachdem seine Identität gelüftet war, mit der Bemerkung verabschiedet worden: ?Wenn i g'wusst hätt, wer du bist, hättst vorn sitzen kenna. Nur eine einzige Person habe sich zu einer Gasthaus-Veranstaltung mit Eckart von Hirschhausen eingefunden. Und als der heute sehr bekannte Moderator und Schriftsteller dieser Frau sein Programm ankündigte, habe sie geantwortet: ?Ja, aber schnell soll's gehn, i muass nachher noch aufräuma.
An Köppendörfers Erzählschnur reihten sich prominente Namen wie Perlen aneinander: Petra Schürmann, Carolin Reiber, Sammy Drechsel, Johannes Heesters, Andi Herzog, Hansi Müller, Helmut Kohl, Wolf Feller, Gerhard Konzelmann, Dettmar Cramer und immer wieder Sepp Maier, belebten diese fröhlichen Reminiszenzen. Oftmals bildeten wörtliche Zitate die Dreh- und Angelpunkte der Darstellung: Als der Schiedsrichter dem Fußballer Willi Lippens die Gelbe Karte mit den Worten ?Ich verwarne Ihnen! zeigte, antwortete Lippens: ?Ich danke Sie.

Eine Besonderheit des Abends war eine dialogisierte Erinnerungsstudie: Zusammen mit Wilfried Läbe, dem Initiator des früheren Günzburger Handball-Hochs, berichtete Köppendörfer über kuriose Erlebnisse bei sportlichen Begegnungen in der DDR. Schließlich signierte Heinz Köppendörfer sein Buch ?Köppis Erinnerungen  Erlebnisse eines Reporters und per Los ermittelte Anton Grotz mit Glücksfee Hannelore Lang acht Gewinner von Eintrittskarten für die nächste TV-Sendung?Blickpunkt Sport.

(Foto: Erich Pawlu)
 
08.12.
 
Danica Damnjanovic, Donauufer
Martin Vincent Barfuß, Lauinger Schloss
Wolfgang Ferner, Blick auf die Altstadt
Heinz Köppendörfer (Mitte) erzählte in der Lauinger Auwaldgaststätte von lustigen Begebenheiten der Sportgeschichte. Unser Bild zeigt ihn mit den Veranstaltern Anton Grotz (links) und Udo Dankesreiter (rechts).