26.10.2013: Farbigkeit und kindlicher Charme

(mb) Ausstellung „Kunst aus Lauinger Schulen“ wurde am Freitagabend eröffnet. Werke von Kindern und Jugendlichen aller fünf Bildungseinrichtungen sind in der Aula der Berufsschule zu sehen.
Anerkennend blickt Jean Paul Menz in der Aula der Lauinger Berufsschule um sich. Dem Künstler gefällt, was der Nachwuchs geschaffen hat. Da ist zum Beispiel das Selbstporträt einer Erstklässlerin. Es zeigt ein Mädchen mit blondem Pferdeschwanz auf pinkem Grund - mit einem breiten Lächeln. Ganz anders die Arbeiten der älteren Schüler: ein Apfel, zunächst ganz, dann angebissen, dann halb gegessen, dann nur noch das Kerngehäuse. Selbst die Donau-Zeitung ist vertreten - als Zeitungsschnipsel auf einer Collage zum Thema „Aspekte moderner Plakatgestaltung“. An diesem Freitagabend findet in der Aula der Berufsschule die Eröffnung einer besonderen Ausstellung statt. „Kunst aus Lauinger Schulen“ heißt sie, Werke von Schülern aller fünf Bildungseinrichtungen der Herzogstadt sind zu sehen. Und so mancher Gast ist ob der Schaffensfreude der Kinder und Jugendlichen beeindruckt. Ideengeber und Veranstalter ist der Lauinger Kulturmarkt um Vorsitzenden Anton Grotz.
Ein Mosaik aus Pflastersteinen
Der Leiter der Berufsschule, Werner Wittmann, geht in seiner Begrüßung auf die Werke seiner Schüler ein. So haben beispielsweise die Straßenbauer mit verschiedenen Pflastersteinen ein großes Mosaik geschaffen. Die Aula der neuen Berufsschule sei ein geeigneter Standort für diese Veranstaltung. Grotz erinnert sich an die Planungen für die Ausstellung: „Lauingen ist bekanntlich eine Schulstadt.“ Er sei skeptisch gewesen, ob die Ausstellung zustande komme. Für die Lehrer stecke hinter ihr ein nicht unerheblicher Mehraufwand. Grotz sagt, er hoffe auf einen großen Zuspruch an Besuchern: „Lassen Sie sich von der Farbigkeit und dem kindlichen Charme begeistern.“
Landrat Leo Schrell sagt, die Wahrnehmung der Menschen sei sehr selektiv. Doch Kunst könne die Beobachtungsgabe schärfen. Es gebe zwar noch viele andere gute Gründe für Kunst - aber das sei einer. Schrell lobte die Initiative des Kulturmarktes für die Ausstellung und betont, er habe Exponate in dieser hohen Qualität nicht erwartet. Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk äußert sich ähnlich, gratuliert zur Ausstellung und wünscht ihr viele Besucher. Er meint, man solle sich schauen, dass die Zusammenarbeit der Lauinger Schulen gedeihe.
Die Laudatio hält die Leiterin der Lauinger Realschule, Karin Leo: „Und da sind wir nun und staunen.“ Die Ehre gebühre nicht nur den jungen Künstlern, sondern auch den Lehrkräften, die aus ihren Schülern alles kreative Potenzial herausholen. Leo kritisiert, dass sich die Bedeutung der musischen Fächer in den Lehrplänen aller Schularten leider nicht widerspiegle. Sie fordert die Besucher auf, selbst zum Malkasten zu greifen - der Herbst biete tolle Motive. Das Bläsertrio des Albertus-Gymnasiums musiziert bei der Vernissage.

(Foto: Martina Bachmann)
 
Ideengeber und Kulturmarkt-Vorsitzender Anton Grotz mit einem der vielen Bilder, die in der Ausstellung „Kunst aus Lauinger Schulen“ in der Aula der Berufsschule zu sehen sind: das Selbstporträt einer Erstklässlerin.