15.03.2015: Vom Bauernsohn zum Freskenmaler

(gau) Georg Wörishofer sprach in Lauingen über Johann Anwander
Wenn der Betrachter im Landkreis während eines Gottesdienstes nach oben blickt, dann ist die Chance groß, dass er eines der Werke von Johann Anwander sieht. Vor 300 Jahren ist der Künstler, der mehrere Jahrzehnte in Lauingen lebte und dort auch zahlreiche künstlerische Spuren hinterließ, geboren worden.
Zu seinem runden Geburtstag hielt Georg Wörishofer gestern im Festsaal des Lauinger Rathauses einen Vortrag über sein Leben und Werk. Und brachte den Zuhörern im überfüllten Saal auch den Menschen Anwander näher. Der wurde als eines von sieben Kindern einer Bauersfamilie bei Mindelheim geboren. Und so habe er es anfangs nicht leicht gehabt, in der Künstlerszene Fuß zu fassen, sagt Wörishofer. Zunächst musste Anwander auch einige Fassmalereien annehmen.
Doch dann beherrschte immer stärker die Freskenmalerei seinen Arbeitsalltag. Und den gestaltete sich der Künstler ab und an etwas einfacher. Denn dort, wo er nicht so gut bezahlt wurde, sagt Wörishofer, sei das auch zu erkennen gewesen. Immer wieder kopierte er daneben Figuren oder ganze Gruppen aus alten Werken in neue hinein. So kommt es, dass die Heilige Radegundis in der Untermedlinger Kirche eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Kaiserin Helena aus einem anderen Werk hat. Ab und an blickt Anwander, der vor allem für sein Fresko im Goldenen Saal in Dillingen bekannt ist, aber auch selbst von der Decke herunter. Sogar als Bettler. Dabei konnte er sich in seinen letzten Lebensjahren kaum noch vor Arbeit retten. So musste laut Wörishofer einmal sogar der Landvogt, damals quasi der Landrat, eingreifen und Anwander nach Lutzingen zurückzitieren, damit er die dortige Kirche vollendet.

(Foto: Brugger)
17.12.2015: „Blaue Stunde“ als erste Wahl
(hg) Der Gundelfinger Martin Hippele räumte beim Lauinger Fotowettbewerb ab. Mehr als 800 Besucher
Da war er schon sehr überrascht. Hobby-Fotograf Martin Hippele aus Gundelfingen belegte mit drei seiner Bilder gleich alle drei ersten Plätze beim Fotowettbewerb des Kulturmarktes Lauingen. Genau 456 der über 800 Besucher hatten bei der Ausstellung im Foyer des Rathauses anonym ihre Wahlzettel abgegeben.
Mit den Motiven „Blaue Stunde“ (1. Platz), „Seebühne“ (2.) und „Abwärts“ (3.) hatte Hippele offenbar ganz besonders den Geschmack der Besucher getroffen. Auf den weiteren Plätzen lagen „Gebälk im Schimmelturm“ (Peter Kraus, Lauingen) und „Blick von der Donaubrücke“ von der gebürtigen Dillingerin Sabine Unger aus Erolzheim. Die Gewinner konnten sich als Anerkennung über Geldpreise freuen. Die Siegerfotos sind nun in den Schaufenstern des ehemaligen Gasthofs Rößle (Gubi) in der Herzog-Georg-Straße zu bewundern. Alle Bilder können beim Kulturmarkt Lauingen auch erworben werden. Kulturmarkt-Vorsitzender Anton Grotz freute sich über die große Resonanz auf die Ausstellung und wies darauf hin, dass zwei der Fotos, darunter das Siegerbild, bereits Käufer gefunden haben. Er dankte den Preisträgern und allen Teilnehmern sowie der Dillinger Vhs-Fotogruppe für die Unterstützung. Insgesamt hatte der Kulturmarkt 450 Einsendungen zu Themen wie Sehenswürdigkeiten, Leben und Arbeiten, Feste, Sport, Kultur und Freizeit erhalten. In einer Vorauswahl reduzierte die Jury der Volkshochschule Fotogruppe Dillingen die Masse auf die 38 Besten und am Schluss haben die Besucher mit ihrem Geschmack entschieden.

(Foto: Hans Gusbeth)
 
„Maria Sitz der Weisheit“, nennt sich dieses Werk von Johann Anwander, das im Goldenen Saal in Dillingen zu sehen ist. (Foto Brugger)
Sie freuten sich über ihren Erfolg beim Fotowettbewerb des Kulturmarkts Lauingen. (von links): Martin Hippele aus Gundelfingen mit dem Siegerfoto „Blaue Stunde“, Sabine Unger aus Erolzheim mit „Blick von der Donaubrücke“ und der Lauinger Peter Kraus mit „Gebälk im Schimmelturm“. Foto: Hans Gusbeth