22.03.2016: 40000 Eier im Lauinger Osternest

(bv) Rekordverdächtiges Gebilde lockt Gäste an
Für Anton Grotz ist die Sache klar. „Wir haben in Lauingen das weltgrößte Osternest“, sagt der Vorsitzende des Vereins Kulturmarkt Lauingen. Das Guinnessbuch der Rekorde hat die Sache zwar nicht offiziell bestätigt. „Es soll uns aber erst jemand das Gegenteil beweisen“, sagt Grotz. Jetzt haben Kulturmarkt-Mitglieder das gigantische Nest auf dem Marktplatz wieder gefüllt - nach 2007 das fünfte Mal. Fünf Rieseneier - das Symbol für die fünf Landkreisstädte - liegen im Nest, garniert von etwa 40000 kleinen, bunten Plastikeiern. Sechs Lkw-Ladungen Reisig wurden angekarrt, dazu sieben Kubikmeter Hackschnitzel. Bis Sonntag, 3. April, ist das Nest aufgebaut. Grotz ist überzeugt, dass in den Osterferien Scharen von Menschen nach Lauingen kommen werden.
03.10.2016: Die Heimat im Mittelpunkt
(ss) Der Kulturmarkt Lauingen beleuchtet bei einem Rundgang die Historie Faimingens. Welche Geheimnisse sich in der Kirche verstecken und warum 2017 ein besonderes Jahr wird.

An jenem 15. August 1853 krachte es. Von der Decke der Faiminger Filialkirche St. Blasius stürzte der Stuck von der Decke. Seit jenem Tag gibt es deswegen im Langschiff keine aufwendigen Stuckverzierungen mehr. Nur noch über dem Altar ist die schnörkelige Dekoration zu finden. Das ist nur eines der Geheimnisse des kleinen Kirchleins im Lauinger Stadtteils Faimingen. Im Rahmen eines vom Kulturmarkt Lauingen organisierten Stadtrundgang erfuhren rund 40 Teilnehmer mehr über die Geschichte des Gotteshauses und des Ortes. Der Weg führte die Teilnehmer auch zum berühmten römischen Tempel und zum Friedhof - jenem Ort, an dem die Geschichte der Kirche ihren Ausgang genommen hat. Denn dort stand sie ursprünglich, wie Georg Wörrishofer, der die Führung leitete, erklärte. Aber weil der Hang immer wieder unterspült wurde und Hochwasser nah an die Kirche herankam, beschloss man, sie abzubauen und in der Dorfmitte neu zu errichten.

Wörrishofer, der historische Berater des Kulturmarktes, weiß noch mehr interessante Details über das Gotteshaus: Etwa dass die Fenster mit dem eingezogenen Rundbogenschluss ein Stilmerkmal des Erbauers Johann Windschmidt sind, dass die Kirche 1782 geweiht wurde oder dass die Kanzel, zu der es früher einmal einen Aufgang gab, eigentlich auf der falschen Seite der Kirche angebracht wurde. Als richtige Seite galt gemeinhin die vom Altar aus gesehen rechte, weil Christus am Kreuz sein Haupt nach rechts neigt.

Anton Grotz, Vorsitzender des Kulturmarktes Lauingen, freut sich, dass zum ersten historischen Rundgang, den sein Verein organisiert hat, so viele Teilnehmer gekommen sind.

Und er hat noch mehr Pläne, die vornehmlich das kommende Jahr betreffen. Denn für den Kulturmarkt Lauingen wird das ein besonderes Jahr: Er feiert seinen 25. Geburtstag. Das Grobkonzept für das Jubiläumsjahr stehe schon, sagt Grotz. Ein paar Details verrät er bereits: So soll am 7. April eine große Jubiläumsausstellung eröffnet werden. Und am 8. Mai wird es einen Festabend geben.

Anton Grotz sieht in seiner Arbeit im Kulturmarkt vor allem folgende Aufgabe als besonders wichtig an: „Es geht darum, unsere Heimat näher kennenzulernen. Die Heimat in den Mittelpunkt zu stellen.“

(Foto: Sartor)
12.10.2016: Erinnerungen an ein dunkles Kapitel

(ss/pm) Die Lauinger Bombennacht liegt 75 Jahre zurück. Albert Lacher war damals neun Jahre alt. Er weiß noch, wie damals die ersten Sirenen heulten und die Stadt innerhalb einer Nacht eine andere wurde.


Als die Sirene anfängt zu heulen, wacht Albert Lacher auf. Es ist kurz vor Mitternacht am 12. Oktober 1941. Eine helle Vollmondnacht. Albert Lacher ist neun Jahre alt und wohnt im Lauinger Gasthaus Zum Schwanen, neben dem Hirsch-Areal. Es ist die Nacht, in der das Unheil völlig überraschend über Lauingen hereinbricht, die Nacht, in der die britische Royal Airforce mehr als 100 Brandbomben und etwa 1000 Sprengbomben über Lauingen abwirft und große Teile der Stadt zerstört.

75 Jahre ist das nun her, aber Albert Lacher erinnert sich noch gut an jene Nacht. „Meine Mutter sagte, dass wir jetzt in den Luftschutzkeller müssen. Mein Vater hat die Situation zuerst gar nicht so ernst genommen. In Augsburg oder Ulm waren noch keine Bomben gefallen. Warum also in Lauingen?“, erzählt der heute 84-Jährige. Lacher ließ die Nachbarn in den Keller seiner Familie. Und nicht weit entfernt hörte er schon das Krachen der einschlagenden Bomben, sah die Flugzeuge, die nur ein paar Hundert Meter über dem Kirchturm vorbeiflogen. Eine halbe Stunde warteten alle im Keller. Dann kam der Vater von Albert Lacher, der nach draußen gegangen war, zurück. Seine Kleidung war ramponiert, aber er war unverletzt. Auch das Haus der Familie war nicht beschädigt worden.

Aber am Oberanger, wo Lacher jetzt wohnt, war die Situation eine gänzlich andere. „Dort haben Sprengbomben eingeschlagen und viele Häuser zerstört“, erinnert sich Lacher. Auch dort, wo sich heute die Sparkasse befindet, habe es überall gebrannt. Und aus dem Dach des Martinsmünsters sah der kleine Albert Lacher damals Flammen schlagen. „Einige Männer haben dann sechs oder acht Brandbomben vom Kirchendach heruntergeworfen, sonst wäre der ganze Dachstuhl abgebrannt.“

Der damalige Bürgermeister Dr. Alfred Dolles erlitt in der Bombennacht einen Herzinfarkt. „Er wollte noch in Leipheim Hilfe für Lauingen anfordern, aber die sagten, dass sie niemanden hätten, den sie schicken könnten“, erzählt Lacher weiter. Auch die Mutter seines Schulkameraden überlebt die Bombennacht nicht. „Das hat mich wirklich sehr getroffen“, sagt der 84-Jährige. Sein eigener Vater, der eigentlich in die Verwaltung nach Polen versetzt war und nur ein paar Tage auf Urlaub zu Hause in Lauingen war, sei in jener Nacht nur knapp dem Tod entkommen. Mit der Feuerwehr versuchte er, den Brand in einem Holzstadel zu löschen. Doch das Gebäude war bereits instabil. Durch zwei Etagen brach Lachers Vater durch - und überlebte nur, weil er auf einem Berg gelagerten Weizens landete, der ihn vor dem harten Beton schützte.

An diese Schreckensnacht erinnerte schon im Jahr 2007 eine Ausstellung. Diese Fotoschau war damals von Ludwig Reisner in Zusammenarbeit mit dem Kulturmarkt Lauingen konzipiert und erstellt worden. Dr. Engelbert Kigele hatte sie mit einem Vortrag im Festsaal eröffnet. Da die Lauinger Bombennacht sich nun zum 75. Mal jährt, möchte die Stadt Lauingen diese Ausstellung nochmals den Bürgern präsentieren. Damit soll auch an die kulturelle Arbeit des im vergangenen Januar überraschend verstorbenen ehemaligen Geschäftsleitenden Beamten Ludwig Reisner erinnert werden.

Die Ausstellung findet im Foyer des Rathauses statt und ist vom 13. Oktober bis 8. November zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich.

(Fotos: Archiv Stadt Lauingen)
11.11.2016: Eine Tradition wird zum Leben erweckt

(ss) Gestern fand in Lauingen das Martinsspiel statt. Auch der Nussmärtelbrauch wurde in den Fokus gerückt

Das Stück ist eine Maßanfertigung, extra von Kreisheimatpfleger Alois Sailer für die Stadt Lauingen geschrieben. Und gestern konnten es die Besucher auf dem Rathausplatz der Mohrenstadt wieder erleben: Das Lauinger Martinsspiel mit Nussmärtelbegleitung.

Die Veranstaltung wurde vom Kulturmarkt Lauingen in Kooperation mit der Pfarrgemeinde auf die Beine gestellt. Damit soll die alte Nussmärtel-Tradition, die am Vorabend des Martinstags gefeiert wird, wieder zum Leben erweckt werden. „Der Brauch ist etwas in Vergessenheit geraten“, sagt Anton Grotz, Vorsitzender des Kulturmarktes. Der Nussmärtel, wüst in Pelz gekleidet, war lange Zeit ein gern gesehener Gast in den Familien im nördlichen Schwaben, vor allem im Raum Lauingen. Er kam am Vorabend von St. Martin und brachte Mandarinen, Nüsse und Lebkuchen mit.

Bevor der Nussmärtel die Familien besuchte, wurden die Kinder vor dem Gesellen mit Rute, Glocke, Sack und goldenem Buch gewarnt. „Er hat immer an die Tür geschlagen und kam mit lautem Gepolter“, erzählt Grotz. Dann mussten die Kinder ein Lied singen oder ein Gedicht vortragen, bevor der Nussmärtel aus seinem Buch vorlas und Tadel oder Lob verteilte. Am Schluss bekamen dann alle Kinder kleine Geschenke. In Lauingen, fährt Grotz fort, sei das seit eh und je ein gängiger Brauch gewesen. Auch auf der Straße wurde gefeiert. Grotz kann sich noch erinnern, wie die Lauinger Innenstadt voller Nussmärtel war.

Gestern Abend ist mit dem Spiel auf dem Marktplatz ein Teil dieser alten Tradition wieder zum Leben erwacht.
23.11.2016: Schwäbisch gschwätzt in Lauingen

(pm) Bei der elften Auflage der z
ünftigen Veranstaltungen gab es eine Veränderung

Schwätz m
'r schwäbisch wandelt sich. Auffälligste Veränderung bei der diesjährigen, mittlerweile elften, Veranstaltung: Auf der Bühne saßen Vertreter der Württembergischen Regimentskapelleaus Dischingen. Die bisherigen Akteure an dieser Stelle, die ?Schwenninger Tanzelmusi, musste aus Krankheitsgründen ihre Teilnahme absagen.

In sonst vertrauter Manier spielte die neue Kapelle unter der Leitung von Günter Maier zünftig auf. Auch in den Reihen der weiteren Akteure fanden sich neue Gesichter, und die Spannung auf deren Beiträge war bei allen groß. Alfred Sigg aus Wertingen trat, in schwäbische Tracht gekleidet, vor das Publikum. Mit einer Mischung aus großer heimatgeschichtlicher Sachkunde, Charme und spürbarer Freude am Erzählen erheiterte der Wertinger die Runde vor allem mit Anekdoten aus einem Gebiet von Leipheim bis Wertingen. Ein Ehepaar mimten Gerry Feller und Otto Killensberger. Gestenreich und temperamentvoll erfreuten sie das Publikum mit Begebenheiten aus dem Ehealltag eines eher schon länger gedienten Paares. Als zuverlässige Konstante zog sich Gerhard Winklers Moderation durch die Veranstaltung. Er kündigte die Programmpunkte an und gab, verschmitzt lächelnd, kleine gereimte Anekdoten zum Besten. Musikalisch wirkten neben dem Dischinger Import wieder Hubert Bayer und der Gesangverein Frohsinn mit. Beide animierten je auf ihre eigene, charakteristische Weise zum Lauschen und mitsingen. Hubert Bayer als Solist mit dem Akkordeon beherrschte die leisen Töne ebenso wie alte Schlager, bei denen die Gäste spontan mitsangen. Der Gesangverein Frohsinn unter der Leitung von Winfried Häußler hatte gern Gehörtes und bekannte Liedtexte im mehrstimmigen Chorsatz dabei. Bürgermeister Wolfgang Schenk griff eloquent Stichworte und Impulse aus dem zuvor Gehörten auf und nutzte die Vorlagen für sein Grußwort an die Gäste. Zu guter Letzt sagte Anton Grotz, Vorsitzender des Veranstalters Kulturmarkt Lauingen, allen Helfern und Unterstützern von Herzen Danke und warb bereits wieder für die nächste Auflage Schwätz m
'r schwäbisch 2017.

(Foto: Knecht)

08.12.2016: Von der Landesausstellung und von der Nürnberger Altstadt beeindruckt

(agr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Bayerisch-Tschechische Landesausstellung 2016/17 „700 Jahre Karl IV.“ auf die 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen e.V., die im Germanischen Nationalmuseum präsentiert wird. Zum Programm gehörte auch eine Führung durch die Nürnberger Altstadt mit dem Besuch des Christkindlesmarktes.

Anlässlich des 700. Geburtstags von Kaiser Karl IV. richten das Land Tschechien und der Freistaat Bayern die erste gemeinsame Landesausstellung aus. Die Schau, die zuvor schon in der Wallenstein-Reithalle in Prag gezeigt worden ist, nimmt den bedeutendsten Herrscher des späten Mittelalters, Kaiser Karl IV., und seine Zeit in den Blick.

Kostbare Exponate, wie die Votivtafel des Prager Erzbischofs Johann Oschko von Wlaschim aus der Zeit um 1370, stellen den Herrscher vor, der - im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ludwig dem Bayer - den Ausgleich mit dem Papst gesucht hat. Bezeichnend für Karl IV. sind die Reliquien, die er sammelte, darunter auch von der Passion Christi. Exponate erinnern an die vier Frauen, mit denen Karl IV. verheiratet war. In seine Regierungszeit fällt die Pest von 1348/49, die auch in Lauingen und in anderen Orten im Landkreis aufgetreten ist, ebenso die Judenprogrome. Die „Goldene Bulle“ von 1356, mit der das Wahlverfahren zum römisch-deutschen König geregelt wird, zählt zu den bekanntesten Exponaten. Auf seine Bedeutung für die Residenzstadt Prag weist die von ihm 1348 gegründete Karlsuniversität hin. Die „Goldene Straße“ verband die beiden Residenzstädte Prag und Nürnberg. Zahlreiche an dieser Straße gelegene Orte verdanken Karl IV. ihre Markt- und Stadtrechte.


Trotz schwerer Kriegsschäden ist die Altstadt von Nürnberg sehenswert. Zu den Hauptsehenswürdigkeiten gehört das Rathaus, mit dessen Bau 1616 begonnen worden ist. Erfreulich sei gewesen, so Georg Wörishofer während des Rundganges, dass in Nürnberg, obgleich sich die Stadt schon früh (1525) dem Evang.-Luth. Bekenntnis zugewandt habe, ein Bildersturm ausgeblieben sei und deshalb noch bedeutsame Kunstwerke erhalten geblieben seien, so z. B. in der Sebalduskirche das Grab des Stadtpatrons, des hl. Sebald.  Die „Chörlein“ an den Patrizierhäusern hätten den Bewohnern einen Einblick in den Straßenraum ermöglicht. Das Dürerhaus erinnere an Albrecht Dürer, der es 1509 käuflich erworben habe und in dem er 1528 verstorben sei. Das „Männleinlaufen“ an der Westfassade der Frauenkirche, bei dem die sieben Kurfürsten Kaiser Karl IV. huldigen, bringe den Herrscher ins Bewusstsein, der sich insgesamt 45-mal in Nürnberg - oft monatelag - auf der Kaiserburg aufgehalten habe. Bekannt sei der mit einer Sage verknüpfte „Goldene Ring“ im Schutzgitter des Schönen Brunnens.

Georg Wörishofer dankte abschließend dem 1. Vorsitzenden des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, für seine vielfältige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort und darüber hinaus leiste. Anton Grotz erwiderte den Dank an Georg Wörishofer, der diesen Tag durch seine kompetente und kurzweilige Führung wieder zu einem besonderen Erlebnis gemacht habe.

 
Georg Wörrishofer erläuterte den Teilnehmern am historischen Rundgang durch Faimingen unter anderem die Geschichte der Kirche St. Blasius.