06.04.2017: Ideengeber gesucht

(dz) Kulturmarkt braucht neue Mitglieder
In seiner Mitgliederversammlung blickte der Verein Kulturmarkt Lauingen auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück. Bei den beiden Kulturmarktstammtischen zum Beispiel sei erneut der Zusammenhalt zwischen Künstlern und Ausstellern gefördert worden, betont Vorsitzender Anton Grotz. „Der Besuch ließ leider etwas zu wünschen übrig.“ Im Grunde genommen könne zu diesen Stammtischen jeder kommen, da auch der Kulturmarkt sich immer über neue Ideen und Vorschläge freue. Erfolgreich sei auch die Aktion „Das weltgrößte Osternest“ verlaufen. „Der Kreisbauhof, der Lauinger Bauhof und die Verwaltung haben uns toll unterstützt.“ Auch die Fahrt zur Landesausstellung „Bauern, Ritter, Lutheraner“ im September ist fast ausgebucht, informierte Grotz.

Gut angenommen werde die Veranstaltungsreihe „Gang durch Lauinger Kirchen“. „2016 waren wir in der Andreaskirche. Diakon Eugen Schirm gestaltete die Maiandacht - schön, dass auch nachher noch viele beim gemütlichen Beisammensein dabei waren.“ „Der Verein ist auf dem richtigen Weg - daran muss gemeinsam weitergearbeitet werden“, sagte Grotz und betonte dabei auch, dass der Kulturmarkt dringend weitere Mitglieder braucht. „Wie wär’s, wenn jeder wenigstens ein neues Mitglied wirbt?“ Die Wahlen brachten folgendes Ergebnis: Anton Grotz bleibt Vorsitzender, Günther Schneider ist Zweiter Vorsitzender. Zum erweiterten Vorstand gehören Josef Hummel (Kassierer), Norbert Ruchti und Dieter Hoffmann (Schriftführer), Wolf Dominik (Webmaster), Franz Hummel und Manfred Strohmeier (Kassenprüfer).
17.05.2017: Kulturmarkt Lauingen besucht Christuskirche

(Erich Schuster) Nach Augustiner- und Andreaskirche lud der Kulturmarkt Lauingen zum Besuch der Christuskirche, der jüngsten der vielen Lauinger Kirchen, ein. Pfarrerin Menth beschrieb den Besuchern den Weg zum eigenen Gotteshaus.

1618 befahl der damalige Landesherr die katholische Religionsausübung, die Protestanten mussten die Stadt verlassen und bis auf eine zweijährige Unterbrechung gab es erst wieder 1956 eine eigenständige evangelische Kirchengemeinde in Lauingen.

Ernst-Walter Maetschke wurde als erster Pfarrer installiert. Auf Grund des Zuzuges vieler Heimatvertriebener war die Zahl der Evangelischen auf 1100 angewachsen und so bemühte er sich intensiv um den Bau eines Gemeindezentrums und einer eigenen Kirche. Bereits 1959 konnte die Christuskirche vom damaligen Landesbischof Dietzfelbinger eingeweiht werden.

Nach diesem historischen Rückblick und einem gemeinsam gesungenen Kirchenlied, das Norbert Bender an der Orgel begleitete, beschrieb Pfarrerin Menth die Kirche. Sie sei keine archetektonische Schönheit, sondern von zweckdienlicher Nüchternheit. Neben dem Glockenturm, der Fotovoltaikanlage auf dem Kirchendach, den in Fischform stilisierten Türgriffen, der Oregel und dem Taufbecken legte sie den Schwerpunkt auf das 55 Quadratmeter große Fresko in der Apsis hinter dem Altar mit Bezug auf die Offenbarung des Johannes.

Der Vorsitzende des Kulturmarktes Anton Grotz dankte Pfarrerin Menth für ihre hochinteressanten Informationen und lud zum geselligen Ausklang in das Hotel Drei Mohren ein.
22.05.2017: Der Kulturmarkt - „grotzengut“

(dz, Alex Millauer) Der Lauinger Verein feiert 25-jähriges Bestehen. Zum Festakt gab es eine Überraschung, denn der Kulturmarkt hält einen Rekord.

25 Jahre ist es her, da stellten sich sieben Männer die Frage: Wie lässt sich die Lauinger Kulturszene beleben? Wie lassen sich Kunst und Kultur bürgernah vermitteln? Ihre Antwort darauf war vor 25 Jahren die Gründung des Kulturmarkts Lauingen. Das Silberjubiläum des gemeinnützigen Vereins wurde am Montagabend im Albertus-Magnus-Saal der Elisabethenstiftung gefeiert.

160 Veranstaltungen und 30 Ausstellungen liegen inzwischen hinter dem Lauinger Kulturmarkt - und besonders einer war maßgeblich für den Erfolg verantwortlich: Der Erste Vorsitzende Anton Grotz. „Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, dass unsere vielfältigen Veranstaltungen solchen Anklang finden?“, fragte er. Mit dem Ziel gestartet, kulturelle Initiativen in der Donaustadt zu bündeln, noch mehr kulturelle Veranstaltungen durchzuführen und die Kommunikation unter den Kulturschaffenden zu fördern, entwickelte sich der Kulturmarkt schnell zu einer „veritablen Kultureinrichtung der Stadt Lauingen“, wie Landrat Leo Schrell es nannte. Der Erfolg des Kulturmarkts liege zum großen Teil daran, dass er „mit seinem Programm alle Generationen anspricht“, wie Grotz sagte.

Von Stadtwanderungen über die „Schwätz-m’r-schwäbisch“-Nachmittage bis hin zum weltgrößten Osternest: Der Kulturmarkt sorgt mit seinen Veranstaltungen stets für Aufsehen. Deswegen attestierte ihm Landrat und Schirmherr Leo Schrell auch seinen Erfolg: „Ihr Vereinsziel haben Sie mehr als erreicht“, sagte er an Grotz gerichtet. Gleichzeitig erkannte Schrell die Vorteile, die eine 11000-Seelen-Gemeinde Kulturschaffenden bietet: „Unser ländlicher Raum ermöglicht es, dass die Kulturmacher sich kennen, respektieren und darüber hinaus ihre Ideen austauschen und zusammenarbeiten, wenn sich Gemeinsamkeiten ergeben.“

Bürgermeister Wolfgang Schenk dankte auch Inge Grotz. „Wenn man mit einem so ideenreichen und umtriebigen Mann verheiratet ist, fällt es oft schwer, das zu zügeln“, sagte er an sie gerichtet. Was Schenk an Anton Grotz neben seinem Organisationstalent und seinen innovativen Ideen besonders imponiere, sei seine Beharrlichkeit. „Ohne die gäbe es die ein oder andere Veranstaltung in Lauingen mit Sicherheit nicht“, sagte er. Denn wer länger mit Grotz spreche, komme dem nicht so schnell aus und sei ganz schnell schon fest in die Planung miteinbezogen.

Die Frage danach, was Kultur überhaupt ist, stellte der Staatsminister a.D. Dr. Thomas Goppel in seinem Festvortrag. „Den Begriff Kultur zu beschreiben ist mindestens eine Sisyphusarbeit“, stellte er fest. Denn Anbau, Landwirtschaft und natürlich die Pflege, wie sie auch am Veranstaltungsort im Elisabethenstift stattfindet - auch das alles sei Kultur. Zusätzlich sei der Begriff einem ständigen Wandel unterworfen. Deswegen sei es wichtig, Mut zu Neuem zu haben und für spannende Variationen zu sorgen - „ohne alt und brüchig zu werden“. Doch da habe er beim Kulturmarkt keine Sorge. „Der Kulturmarkt 2017 wird wieder grotzengut werden“, sagte er.

Altbürgermeister Dr. Georg Barfuß, der den verletzten Dietmar Bulling mit seinem Resümee vertrat, stellte die Arbeit des Kulturmarkts in einen Kontext des Großen und Ganzen. „Mit anderen Worten ausgedrückt ist die Menschheitsgeschichte von einem ein Kilometer langen Streifen gerade mal zwei Millimeter lang. Doch wir alle weben am Teppich der Evolution.“

Menschen wie Grotz und andere Ehrenamtliche leisteten ihren Teil dazu bei. Wie auf einem Kulturmarkt passiert das bei Grotz, ganz nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. „Du machst immer ein Angebot, das vom Nachfrager angenommen wird. Wenn nicht, dann änderst du es eben“, sagte er an den Ersten Vorsitzenden des Kulturmarktes gerichtet.

Eine Belohnung für die jahrelange Arbeit gab es dann am Ende der Veranstaltung noch von Dieter Hoffmann, Grotz’ Schwager. Er meldete, das Osternest, das seit 2007 ausgerichtet wird und dem Kulturmarkt überregionale Aufmerksamkeit bescherte, beim Rekordinstitut Hamburg an, nachdem „Guinness World Records“ eine Aufnahme in ihr Buch der Weltrekorde verweigerte. Und siehe da: „Jetzt ist es schriftlich, der Kulturmarkt hält den Weltrekord mit dem größten Osternest“, sagte Hoffmann und überreichte Grotz die Urkunde. Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist.
23.09.2017: Von der Coburger Altstadt und der
Landesausstellung beeindruckt

(AGr) Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Führung durch die
Altstadt von Coburg sowie durch die Bayerische Landesausstellung 
„Ritter, Bauern, Lutheraner“ auf die 49 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer des Kulturmarktes Lauingen e.V. und der evang.-luth.
Kirchengemeinde Lauingen.

Sehenswerte Altstadt

Zunächst galt das Interesse der Reisegruppe Coburg, das einst Sitz des
Herzogtums Sachsen-Coburg war. Der Rundgang durch die Altstadt führte zu
den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Zu ihnen zählen das Stadthaus, einst
Verwaltungsgebäude des Herzogtums, sowie das Rathaus, das
Münzmeisterhaus und das von Herzog Johann Casimir gestiftete und nach
ihm benannte Gymnasium Casimirianum (erbaut 1601-1605). In der
evangelisch-lutherischen Stadtkirche, der Morizkirche, wurde bereits 1524
der neue Glauben eingeführt. Luther predigte hier im Jahre 1530 siebenmal.
Die dortigen Ausstellungsstücke der Landesausstellung erinnern daran, dass
Luther sich auch für eine Verbesserung des Schulwesens eingesetzt hat.

Georg Wörishofer thematisierte während der Führung auch die Auswirkungen
der Reformation auf Lauingen und darüber hinaus. Doris Roller gestaltete am
Brunnen bei der Morizkirche eine ökumenische Andacht. Auf dem weiteren
Rundgang gefielen vor allem Schloss Ehrenburg, das Landestheater sowie das
Zeughaus. An den Prinzen Albert, den Gemahl der britischen Königin Viktoria,
erinnert das von ihr gestiftete, 1885 in ihrem Beisein enthüllte Standbild.

Auswirkungen der Reformation

Die Ausstellung anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums, die neben
der Morizkirche vor allem in der Veste Coburg präsentiert wird, entfaltet ein
Panorama der Zeit um 1500, einer Epoche des Umbruchs und Aufbruchs. Sie
stellt nicht Martin Luther als Person in den Mittelpunkt, sondern seine Wirkung
auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, namentlich auf
Süddeutschland. An den Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg
vom 31. Oktober 1517, der die Reformation ausgelöst hat, erinnert ein
mächtiges Holztor, das einen Spalt offen steht und einen Blick auf Luthers
Konterfei freigibt.

Das Thema „Ritter, Bauern, Lutheraner“ ist in besonderer Weise mit den
Ausstellungsorten verknüpft. So lebte Luther während des Augsburger
Reichstages vom 15. April bis zum 4. Oktober 1530 auf der Veste Coburg.
Die Lutherzimmer, die einen Originalschauplatz der Ausstellung bilden,
erinnern heute noch daran. Mit über 100 Briefen hat Luther von dort Einfluss
auf die Verhandlungen des Reichstages in Augsburg genommen. Zu den
Prunkstücken der Ausstellung zählt der Hedwigsbecher, ein bedeutendes
Erinnerungsstück an den Reformator, den dieser von dem sächsischen
Kurfürsten als Geschenk erhalten hatte.

Georg Wörishofer dankte abschließend dem 1. Vorsitzenden des
Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, für seine vielfältige, nun schon 25-
jährige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort leiste.
Anton Grotz erwiderte den Dank an Georg Wörishofer, der die zweitägige
Fahrt durch seine kompetente und kurzweilige Führung wieder zu einem
besonderen Erlebnis gemacht hat.








08.10.2017: Geschichte und Sehenswürdigkeiten von Frauenriedhausen vorgestellt

(AGr). Dass auch kleine Orte eine bemerkenswerte Geschichte und lohnende Sehenswürdigkeiten besitzen, wurde bei dem Historischen Ortsrundgang am vergangenen Sonntagnachmittag in Frauenriedhausen deutlich.

Der Vorsitzende des Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, hob in seiner Begrüßung in der Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt hervor, dass der Verein auch in den Stadtteilen kulturelle Veranstaltungen anbiete: nach Faimingen im letzten Jahr sei heuer Frauenriedhausen an der Reihe. Die 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen erkennen, dass die Aktionen des Vereins von der Bürgerschaft erfreulich angenommen würden.

Georg Wörishofer, der den historischen Ortsrundgang leitete, gab zunächst eine Einführung in die Geschichte von Frauenriedhausen. Der wohl von Wittislingen aus angelegte Ausbauort sei im Jahre 1135 erstmals urkundlich genannt. Bereits in romanischer Zeit sei hier eine Chorturmkirche errichtet worden, deren Umfassungsmauern noch heute - bis auf jene im Westen - erhalten sind. Im Zuge der barocken Umgestaltung sei der Turm im Jahr 1734 durch den Dillinger Baumeister Balthasar Suiter bis auf den Chor abgetragen worden. Zugleich sei die Kirche im Westen verlängert und mit dem heutigen ortsbildprägenden Fassadenturm versehen worden. Wörishofer erläuterte detailliert die Innenausstattung. Eine überörtliche Sehenswürdigkeit stellten im Chor und im Langhaus die Deckenfresken des Lauingers Johann Anwander aus dem Jahre 1768 dar, die zu seinem Spätwerk zählen und vornehmlich Aspekte der Marienverehrung ins Bewusstsein bringen. Entgegen den bisherigen Darstellungen in der Fachliteratur sei der barocke Hauptaltar keine fränkische Arbeit, sondern eine Tiroler Arbeit. Der Altar sei ursprünglich in einer Kirche in Tirol gestanden und über ein Wiener Antiquariat nach Reichelsdorf, einem Nürnberger Stadtteil, gelangt. Von dort sei er durch Kauf nach Frauenriedhausen gekommen, wo er nach seiner Restaurierung am 12. Juni 1957 aufgestellt wurde. Die musikalische Umrahmung auf der Orgel der Firma Link, Giengen, gestaltete Franziska Seitz.

Ehemalige Schule als Theater genutzt

Der Bau des im Herbst 1847 bezogenen Pfarrhofes sei eine Vorgabe des Bischofs für die Errichtung einer selbstständigen Pfarrkuratie gewesen. In der 1869-70 erbauten Schule sei bis zum Ende des Schuljahres 1966/67 unterrichtet worden. Im Jahre 1982 habe das Gebäude der Lauinger Günter Landgraf erworben und in ihm das „Theater in Frauenriedhausen“ etabliert. Landgraf, der einen Überblick über die Geschichte des „TIF“ gab,  lud auch zur Innenbesichtigung ein.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft habe auch gravierende Auswirkungen auf das Ortsbild, so Wörishofer. Beachtlich sei, dass in Frauenriedhausen, das gegenwärtig 169 Einwohner - davon 31 in den Birkackerhöfen - zähle, noch acht landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet würden (5 in Frauenriedhausen selbst und 3 in den Birkackerhöfen). Eine Einkehr in der Schützenklause, die in der Nachfolge der zum Jahresende 1967 geschlossenen Gaststätte „Zum golden Kreuz“ zu sehen ist, beendete die rundum gelungene Veranstaltung.
28.10.2017: Auswirkungen der Reformation und
Gegenreformation auf Lauingen

(AGr) Bei einem Besuch der Sonderausstellung „FürstenMacht &
wahrer Glaube. Reformation und Gegenreformation“ im Schloss
Neuburg, Fürstengang und Hofkirche interessierte sich die Gruppe des
Kulturmarktes Lauingen vor allem für die Auswirkungen auf Lauingen.

In der ersten Station, der Schlosskapelle, begrüßte die 25-köpfige Gruppe der
wissenschaftliche Kurator der Ausstellung, Dr. Michael Teichmann. Er freute
sich über den Besuch und betonte, dass dadurch das Interesse für die alten
Traditionslinien zwischen Neuburg und Lauingen wieder geweckt und gestärkt
würde.

Unter den Exponaten der Ausstellung hob Georg Wörishofer bei seiner
Führung vor allem jene stärker hervor, die einen Bezug zu Lauingen haben.
Das Religionsmandat vom 22. Juni 1542 habe die Grundlage für die
Einführung der Reformation im Fürstentum Pfalz-Neuburg und damit auch in
Lauingen gegeben. Bereits 1546 habe der Schmalkaldische Krieg einen
Umschwung gebracht: die katholische Lehre sei in Lauingen wieder eingeführt
worden, im Jahr 1552 wiederum das evang.-luth. Bekenntnis - jetzt für einen
längeren Zeitraum: Im 1561 aufgehobenen Zisterzienserinnenkloster sei die
weitbekannte Fürstliche Landesschule, ein illustre Gymnasium mit Collegium,
durch den Stadtherrn Pfalzgraf Wolfgang eingerichtet worden. Ziel sei es
gewesen, evangelische Pfarrer heranzubilden, ebenso Juristen. Lauingen sei
auch Sitz der landesfürstlichen Druckerei gewesen, die 1562 erstmals
erwähnt wird. Schließlich sei im Chor der Stadtpfarrkirche eine Fürstliche
Grablege angelegt worden.

Der Regierungsantritt von Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, der 1613 zunächst
heimlich, dann 1614 öffentlich zum katholischen Glauben übergetreten war,
habe eine Änderung der Religionsverhältnisse gebracht: Er führte nämlich die
kath. Konfession wieder ein. Habe es zunächst, d.h. von 1616-18 ein
Simultaneum gegeben, so seien dann die Prädikanten abgeschafft worden.
Eine Folge der Gegenreformation seien die Exulanten gewesen, die in
Lauingen etwa ein Viertel des damaligen Stadtsteueraufkommens
ausgemacht hätten. Während der schwedischen Besatzungszeit (1632-34)
sei Lauingen erneut evang.-lutherisch, danach wieder katholisch geworden.

Sehenswerte Altstadt

Auf dem Rundgang durch die Altstadt, den ebenfalls Georg Wörishofer leitete,
war das erste Ziel die Hofkirche Mariä Himmelfahrt. In der dortigen Gruft liegt
auch Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm begraben, der 1613 zum katholischen
Glauben übergetreten war und der die Gegenreformation im Fürstentum
Pfalz-Neuburg eingeleitet hatte. Der Rundgang führte auch am ehemaligen
Landschaftsgebäude vorbei. Hier hätten sich die Vertreter der Landstände,
darunter auch der Amtsbürgermeister und der Stadtschreiber von Lauingen,
zu ihren Sitzungen getroffen und dabei wichtige Beschlüsse, z. B. zu
Steuererhöhungen, gefasst.

Georg Wörishofer dankte abschließend dem 1. Vorsitzenden des
Kulturmarktes Lauingen e.V., Anton Grotz, für seine vielfältige, nun schon 25-
jährige Vereinsarbeit, die einen wichtigen Beitrag zur Kultur vor Ort leiste.
Anton Grotz erwiderte den Dank an Georg Wörishofer für seine fachkundige
und kurzweilige Führung.
 
 
 
 
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Coburg-Fahrt des Kulturmarktes Lauingen e. V. und der evang.-luth. Kirchengemeinde Lauingen vor dem Prinz-Albert-Denkmal auf dem Markt in Coburg.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Neuburg-Fahrt des Kulturmarktes Lauingen e. V. mit dem wissenschaftlichen Kurator der Ausstellung „FürstenMacht & Glaube“, Dr. Michael Teichmann (mit Gastgeschenk), vor dem früheren Landesherrn, Pfalzgraf Philipp Ludwig, im Innenhof der Schlosses.
 
 
Die Teilnehmer des Historischen Ortsrundganges vor der Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Frauenriedhausen.